Pressemitteilung

Kreativwirtschaft entscheidend für die Zukunft der Region

14. November 2007


Interview mit Klaus Wurpts, Geschäftsführer Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland.

In der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen sowie Kammern und Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Gemeinsames Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung und Vermarktung der traditionsreichen Wirtschaftsregion Mitteldeutschland. Auch die Zukunftskonferenz 2007, die am 20. November im Kongresszentrum der Messe Erfurt mit rund 400 Teilnehmern stattfindet, wird neue Impulse für die nachhaltige Gestaltung der Wirtschaftsregion geben. Im Interview spricht Klaus Wurpts (Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland) über alarmierende Ergebnisse der Studie „Kulturwirtschaft/Creative Industries in den Städten der Region Mitteldeutschland“ sowie Zielgruppen und Inhalte der „Zukunftskonferenz 2007“.

Herr Wurpts, Grundlage der Zukunftskonferenz ist die druckfrische Studie „Kulturwirtschaft/Creative Industries in den Städten der Region Mitteldeutschland“. Welche Ergebnisse sind für Sie besonders interessant?

Klaus Wurpts, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH: „Überraschend ist, dass zu den ‚Hot Spots’ (Städte, deren Beschäftigungsanteil in den Creative Industries überdurchschnittlich zulegte, Anm. d. Red.) nicht nur Metropolen wie Dresden oder Leipzig gehören, sondern z. B. mit Görlitz auch eine Stadt aus der zweiten Reihe gut aufgestellt ist. Zusammen mit der Einschätzung, dass keine andere Wirtschaftsbranche europaweit derzeit ein größeres Wachstum als die Creative Industries aufweist, setzt dieses Ergebnis positive Signale – v. a. auch in Richtung der jungen Generation.“ Die Studie zeigt, dass einzelne Teilmärkte starke Zuwächse verzeichnen, während gleichzeitig andere mit Verlusten kämpfen.

Liegt die Kunst in der Vielfalt oder in der Konzentration?

Wurpts: „Es ist für eine Stadt nicht sinnvoll, auf Branchen zu setzen, die bisher keine Verankerung vor Ort haben. Nur weil Städte wie Görlitz oder Chemnitz im Bereich Software/Games Industry Zuwächse im dreistelligen Prozentbereich verzeichnen, ist das für andere Städte mit anderen Vorausset zungen kein Erfolgsgarant. Entscheidend ist, dass eine Stadt ihre wirtschaftlichen Cluster kennt und ihre Stärken fördert. Um die Kreativen in der Stadt zu halten bzw. den Zuzug von Externen anzukurbeln, muss zudem das gesellschaftliche Umfeld stimmen.Faktoren wie das kulturelle Angebot, Toleranz und Offenheit sind von entscheidender Bedeutung.“ Die „Zukunftskonferenz 2007“ wertet die Ergebnisse der Studie aus und diskutiert in Workshops die aktuelle Situation, vorhandene Potenziale und den konkreten Handlungsbedarf bzw. Maßnahmen zur Umsetzung.

An wen wendet sich die Veranstaltung?

Wurpts: „Generell ist natürlich jeder willkommen! Ich denke jedoch, dass Vertreter aus mittleren und größeren Unternehmen und Entscheider aus Politik und Verwaltung das größte Interesse haben. Fragen wie ‚Was können Unternehmen und Städte tun, um als Arbeitgeber bzw. Lebensumfeld attraktiv zu sein?’ oder ‚Wie wird die Region in Bezug auf ihre Offenheit wahrgenommen?’
sprechen vor allem Verantwortliche aus Wirtschaft und Wissenschaft an. Schließlich hoffen wir auf viele kreative Köpfe – nicht nur weil sie ihre Erfahrungen und Wünsche im Dialog direkt äußern können.“

Auf welche Workshops sind Sie besonders gespannt?

Wurpts: „Zum einen halte ich das Thema ‚Toleranz’, das bei einer Konferenz dieser Größenordnung zum ersten Mal beleuchtet wird, für sehr interessant. Toleranz ist ein Standortfaktor für Kreative – da stellt sich natürlich die Frage, wie tolerant die Mitteldeutschen sind, wie sie von außen wahrgenommen werden und was zur Förderung von Toleranz getan werden kann. Zum anderen finde ich den ‚Szene’-Aspekt sehr spannend. Bei diesem Workshop geht es umdie Zielgruppe der jungen Szene- Menschen, die besondere Erwartungen an einen Standort haben und als kreatives Milieu auch besonders gestärkt werden müssen.“

Weitere Informationen:

www.zukunftskonferenz-mitteldeutschland.de

Downloads:

www.zukunftskonferenz-mitteldeutschland.de/service/downloads.html
(u.a. weiterführende Literatur)


Dateien:
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Prof. Hans B. Bauerfeind, Bauerfeind AG
„Als erfolgreicher Unternehmer fühle ich mich der Region verpflichtet. Die Wirtschaftinitiative bündelt Kompetenzen und schafft Synergien – für ein florierendes Mitteldeutschland! Das unterstütze ich mit meinem Engagement. ”