Pressemitteilung

Offenheit und Toleranz entscheiden über Standortqualitäten

20. November 2007


Resümee „Zukunftskonferenz 2007“ zum Wirtschaftsfaktor Kreativität.

Mitteldeutschland muss sich verstärkt für kreative Köpfe öffnen, so das Fazit der Zukunftskonferenz 2007, die heute unter dem Thema „Wirtschaftsfaktor Kreativität – Standort Mitteldeutschland im internationalen Vergleich“ stattfand. Insgesamt knapp 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Medien und interessierter Öffentlichkeit diskutierten im Kongresszentrum Erfurt, wie attraktiv die Wirtschaftsregion Mitteldeutschland bereits für die „creative class“ ist, welches

Potenzial vorhanden ist und wie Unternehmen, Städte und Regionen den Faktor Kreativwirtschaft gezielt für sich nutzen können.

In Vorträgen und sechs Workshops meldeten sich bei der „Zukunftskonferenz“ hochkarätige Referenten zu Wort. An den Diskussionen um Strategien und Konzepte für die gezielte Nutzung des Standortfaktors beteiligten sich u. a. Dr. Bastian Lange (Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig), Michael Reinboth (DHL Hub Leipzig GmbH), Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg (Handelshochschule Leipzig), Stefan Gabriel (BMW AG), Barbara Wittmann (DELL Halle GmbH), Ruth Kretschmer (Dow Olefinverbund GmbH), Prof. Dr. Hardy Geyer (Hochschule Merseburg) und Axel Noack (Bischof der Evangelischen Kirche). Nach dem Schlussplenum um 18 Uhr endet die Veranstaltung mit einem Get-Together gegen 18.30 Uhr.

„Die Fakten belegen, dass die Zahl der kreativen Arbeitsplätze in Mitteldeutschland zunehmen, obwohl generell die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eher rückläufig ist. Dieser Trend in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist sehr begrüßenswert, denn mehr und mehr wird Kreativität auch hier zu einem entscheidenden Standortfaktor. Dennoch müssen wir in Mitteldeutschland noch einiges tun, um für die sogenannte ‚creative class’ attraktiver zu werden“, sagte Klaus Wurpts, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH, die die „Zukunftskonferenz 2007“ veranstaltet hat, während des heutigen Pressegesprächs.

„Konferenzen wie diese sind deshalb sehr wichtig, weil sie schon heute einen Fokus auf Themen legen, die unsere Zukunft entscheidend prägen werden“, ergänzte Prof. Dr. Stephan Jansen, Präsident der Zeppelin University Friedrichshafen. „Neben den harten und weichen Standortfaktoren, z. B. einer effizienten Infrastruktur und einem attraktiven kulturellen Umfeld, wird ein tolerantes und offenes Miteinander immer wichtiger. Hier haben Mitteldeutschland und Deutschland generell noch einigen Nachholbedarf. Diese Arbeit kann nur im Kleinen gelingen. So haben sich bereits viele Unternehmen dieser Thematik angenommen. Grundsätzlich ist aber die persönliche Begegnung von Menschen verschiedener Herkunft entscheidend, um Vorurteile abzubauen. Egal wie ausgefallen unsere Technologien werden oder wie effizient Förderprogramme greifen, es ist die Beziehungsfähigkeit der Interessensgruppen einer Region, die über die Lebensqualität und damit über die Attraktivität eines Standortes entscheiden werden.“

„Jena ist hier bereits auf einem guten Weg“, erläuterte Dr. Albrecht Schröter, Oberbürgermeister von Jena. „In unserer Stadt existiert ein ausgezeichnetes Gründerklima, das viele junge Hochschulabsolventen anspricht. Wir haben enge Netzwerke geknüpft, um Start-ups den Einstieg zu erleichtern. Jena beschäftigt sich sehr bewusst mit der Entwicklung seiner Standortfaktoren, und das mit Erfolg: Wir sind inzwischen die jüngste Stadt Deutschlands, haben den höchsten Akademikeranteil bei unseren Beschäftigten und zudem eine  vergleichsweise geringe Arbeitslosenquote von unter zehn Prozent.“

„Wie wichtig Kreativität heute ist, zeigt sich auch in einer schnelllebigen Branche wie dem IT Geschäft ganz deutlich. Unsere Mitarbeiter müssen die rasanten Entwicklungen aufgreifen und flexibel umsetzen können. Mitarbeiter für Managerpositionen mit der entsprechenden Qualifikation zu finden, ist in Halle gar nicht so einfach. Wir begegnen diesem Umstand, indem wir unsere Mitarbeiter selbst schulen, ihnen Verantwortung übertragen und berufliche Perspektiven aufzeigen – und natürlich mit einem attraktiven Gehalt“, sagte Barbara Wittmann, Geschäftsführerin von DELL Halle.

Mit der inzwischen fünften Zukunftskonferenz seit 2001 (2001 Leipzig, 2002 Merseburg, 2004 Halle, 2005 Jena) knüpft die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH an die Leitlinien des US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers Richard Florida („The rise of the creative class“) an, der mit seiner 3-T-Formel (Technologie, Talent, Toleranz) beschreibt, dass sich Mitglieder der „creative class“ besonders für Städte und Regionen entscheiden, in denen sie ein offenes, innovatives, tolerantes und kulturelles Arbeits- und Lebensumfeld vorfinden.

Für weitere Informationen und aktuelle Pressefotos der Zukunftskonferenz 2007 nutzen Sie bitte die Website unter www.zukunftskonferenz-mitteldeutschland.de oder die Telefonnummerder Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH unter 0341 – 600 160.


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Axel Klug, AIR LIQUIDE Deutschland GmbH
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