Pressemitteilung

„Mitteldeutschland muss kreatives Potenzial ausschöpfen“

22. November 2007


Offenheit und Toleranz entscheiden über Standortqualitäten – Kreativität ist wichtiger Wertschöpfungsfaktor.

„Mitteldeutschland muss toleranter werden und seine Kreativität verstärkt einsetzen“ lautet das Fazit der Zukunftskonferenz der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland. Über 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Medien und interessierter Öffentlichkeit diskutierten in Erfurt, wie attraktiv die Wirtschaftsregion Mitteldeutschland bereits für internationale Fachkräfte ist und

wie Unternehmen, Städte und Regionen durch Toleranz und Offenheit zum Wirtschaftswachstum beitragen können.

„Neben harten und weichen Standortfaktoren, z. B. einer effizienten Infrastruktur und einem attraktiven kulturellen Umfeld, werden ein tolerantes und offenes Miteinander immer wichtiger für einen Wirtschaftsstandort“, sagt Begrüßungsredner Prof. Dr. Stephan Jansen, Präsident der Zeppelin University Friedrichshafen. Hier hätten Mitteldeutschland und Deutschland generell Nachholbedarf, so Jansen. „Im internationalen Wettbewerb um Fachkräfte gilt es, in Mitteldeutschland ein Lebensumfeld zu erschaffen, das Kreativität fordert und fördert“, betont auch Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts.

In sechs Workshops zu Toleranz, Technologie, Management, Talent, Cities und Szene wurden die Standortkriterien diskutiert, nach denen hoch qualifizierte Fachkräfte heute ihr Arbeits- und Lebensumfeld auswählen. Insbesondere die Workshops zu „Talent“ und „Toleranz“ lieferten Diskussionsstoff. „Kreatives Potenzial, sei es durch eine kreative Szene oder das Querdenken eines Mitarbeiters im Unternehmen, ist enorm wichtig und wurde lange als Standortfaktor vernachlässigt“, sagt Wurpts. Das kreative Potenzial sei in Mitteldeutschland gut ausgeprägt und sollte auch selbstbewusst in die Öffentlichkeit getragen werden, so Wurpts weiter. Darin unterstützt ihn Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg, Professor für Marketingmanagement an der HHL – Leipzig Graduate School of Management. In Mitteldeutschland sei ein guter Prozentsatz
an überdurchschnittlich Kreativen vorhanden. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der HHL im Auftrag der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland. Danach hätten 38% der deutschen Bundesbürger ein überdurchschnittliches Kreativitätspotenzial, wohingegen in Mitteldeutschland Sachsen-Anhalt mit 40% in Führung gehe. In Sachsen und Thüringen liege der Anteil überdurchschnittlich Kreativer bei respektive 35% und 28%. Kirchgeorg sieht allerdings verschenkte Potenziale bei der Ausschöpfung der Kreativität am Arbeitsplatz. Die Studie belege deutlich, dass Kreativität als Wertschöpfungsfaktor noch nicht hinreichend erkannt und dementsprechend kaum gefördert werde. So gäben lediglich 23% der Bundesbürger an, dass ihr Kreativitätspotenzial am Arbeitsplatz besonders gefordert werde, ebenso wie in Thüringen (23%) und Sachsen (22%). Einzig Sachsen-Anhalt weise mit 29% mehr ausgeschöpftes als
nicht-ausgeschöpftes Kreativitätspotenzial (24%) am Arbeitsplatz auf.

Die Ergebnisse der Konferenz fasste Prof. Dr. Georg Frank, 1. Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative, in sechs Thesen für die Zukunft Mitteldeutschlands zusammen.

(1) Weiterhin müssten die Stärken durch den Clusterprozess gestärkt werden.  (2) Zudem müssten Weltoffenheit und Toleranz stärker gefördert werden.
(3) Der Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland brauche abgestimmte und einheitliche politische Rahmenbedingungen.
(4) Die internationale Standortvermarktung und Investorenakquise der Länder müssen gebündelt stattfinden.
(5) Die Region brauche ein gemeinsames Hochschulkonzept für Innovationstransfer und Fachkräftesicherung.
(6) Die Förderpolitik solle sich auf die stärksten Wirtschaftszentren konzentrieren und sich in besonderem Maße auf Familien und junge Menschen konzentrieren.

Weitere Informationen:

www.zukunftskonferenz-mitteldeutschland.de

Downloads:

www.zukunftskonferenz-mitteldeutschland.de/service/downloads.html
(u.a. weiterführende Literatur)


Dateien:
PDF
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Dr.-Ing. Arne Kolbmüller, ICL
„Metropolregion Mitteldeutschland, eine Marke, eine Chance, deren latentes Potential die Wirtschaftsinitiative in Verbindung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik entwickelt und befördert.”