Innovation

„Aus dieser Kooperation resultieren Patente“

30. April 2008


Zwölf Unternehmen und zwei Hochschulen aus Mitteldeutschland bewerben sich gemeinsam um eine Bundesförderung für den Wachstumskern „Wirbelschichttechnologie“. Der IQ-Gewinner Dirk Klugmann von der Leipziger LISTaR GmbH entwickelt dafür die Messtechnik.

„Gemeinsam arbeiten wir im Wachstumskern an neuen Technologien für den wirtschaftlicheren Einsatz des Wirbelschichtverfahrens“, sagt Ingo Schellenberg, Professor für anorganische und organische Chemie an der Hochschule Anhalt. Zusammen mit der LISTaR GmbH werde dafür ein neues Messverfahren entwickelt, das Zeit und Kosten sparen soll.

Mit Hilfe der Wirbelschichttechnologie könnten beispielsweise bioaktive Inhaltsstoffe, wie Medikamente und Pflanzenschutzmittel, mit einer Hülle verkapselt werden, erläutert Schellenberg. Durch Luftverwirbelungen im Reaktionsbehälter würden unter anderem Gelatine-, Wirkstoff- oder Kohlenhydrat-Teilchen angeregt, sich als umschließende Schicht um das Trägergranulat zu legen. Zur Anwendung kommt dies etwa bei der Herstellung von Medikamenten in der Pharmabranche, aber auch bei der Verkapselung von Wirkstoffen in der Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft.

Mit dem Ziel die vorhandene Technologie noch weiter zu verbessern, haben sich Unternehmen und Hochschulen aus der Region nun zusammen getan und bewerben sich gemeinsam um eine Förderung beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Mit dem Programm "Innovative regionale Wachstumskerne" gibt das BMBF regionalen Kooperationsverbünden Starthilfe, die eine klare Innovationsstrategie und besondere Kompetenzen in ihren Bereichen aufweisen.

Bei der Forschung im Wachstumskern „Wirbelschichttechnologie“ geht es laut Schellenberg einerseits um die Weiterentwicklung der Technologie. Hierbei sei vor allem die Universität Magdeburg die federführende wissenschaftliche Einrichtung, sagt Schellenberg. Zum Anderen sollen Meßmethoden entwickelt werden, die während und nicht erst nach Abschluss des Verwirbelungsverfahrens einsetzbar sind.

Foto: Prof. Dr. Ingo Schellenberg, Hochschule Anhalt

An diesem Punkt unterstützt der Leipziger IQ-Gewinner LISTaR das Vorhaben. „Unsere Umweltmessverfahren zeigen sich als geeignete Grundlage für den Einsatz in dem Life Sciences-Bereich“, sagt LISTaR-Geschäftsführer Dirk Klugmann. Gemessen werden sollen unter anderem der Feuchtegehalt sowie Menge und Homogenität eines Wirkstoffs im Granulat. Bisher dauerte ein solches Prozedere mindestens einen Tag.

„Gelänge es uns, die Messverfahren bereits während des Verwirbelungsprozesses einzusetzen, könnten viel Zeit und Ressourcen gespart werden, die die Firmen  in weitere Entwicklungen investieren könnten“, sagt Schellenberg. Daher versuchen die Hochschule Anhalt und die LISTaR, die oben genannten Messmethoden für das Wirbelschichtverfahren weiter zu entwickeln. „Aus dieser Kooperation resultieren sicher mehrere Patente“, hofft Schellenberg.

Die Initiative für die Entwicklung des Wachstumskerns geht von den Unternehmen aus. Das gemeinsame Ziel ist es, die Wirbelschichttechnik in nicht gekannter Qualität zu entwickeln und damit den Standort zu stärken. Eine Entscheidung über die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) von schätzungsweise 10 Mio. € für diesen Wachstumskern wird für den Spätsommer dieses Jahres erwartet.

„Die Förderung würde uns eine vollständige Entwicklung unserer bislang vorhandenen Messmethodiken ermöglichen und damit auch die Wirbelschichttechnologie entscheidend wirtschaftlicher machen“, sagt Klugmann. Folgend könne man die aus der Forschung resultierenden Produkte der LISTaR GmbH in mehreren Segmenten (Pharma, Kosmetik, Ernährungswirtschaft) auf dem Markt anbieten. Die Nachfrage nach kontinuierlich und zerstörungsfrei messenden Verfahren sei hoch, schließen Klugmann und Schellenberg einmütig.

Weitere Informationen:
LISTaR GmbH
Pergande GmbH
Universität Magdeburg
Hochschule Anhalt
BMBF: Innovative regionale Wachstumskerne
Nachricht: IQ-Gewinner LISTaR verkauft Technologie nach Korea
Nachricht: Wirtschaftsinitiative verleiht Innovationspreis


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