„Neues Mitteldeutschland-Bewusstsein angetroffen“
Eine neue Fachkräftestudie der Universität Jena empfiehlt „Mitteldeutschland als Region der starken Städte“ zu profilieren. Autor Michael Behr bestärkte bei der Präsentation in Chemnitz die Strategie der Wirtschaftsinitiative.
Neben der Standortvermarktung Mitteldeutschlands über die „starken Städte“ empfahl Behr bei der Veranstaltung der „Metropolregion Sachsendreieck“ am Montag auch die umfangreichen und vielfältigen Aktivitäten zur Fachkräftesicherung in der Region zu bündeln, um ein besseres „Matching zwischen Bildungs- und Beschäftigungssystem“ zu erreichen. Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts verwies in der Podiumsdiskussion mit Sachsens Wirtschftsminister Thomas Jurk auf die Mitteldeutsche Absolventenmesse, die genau dieses zum Ziel habe und bereits im ersten Anlauf großen Zulauf erhalten habe.
Chemnitz' Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig machte in ihrem Beitrag deutlich, dass sie mit dem jetzigen Namen „Sachsendreieck“ für die Metropolregion nicht glücklich sei. Experte Behr empfahl beim Thema Standortvermarktung auf „Mitteldeutschland“ zu setzen, bei seinen zahlreichen Interviews mit Arbeitnehmer, Arbeitergebern und Experten aus der gesamte Drei-Länder-Region habe er allenthalben ein „neues Mitteldeutschland-Bewusstsein angetroffen“, mit dem er selbst so nicht gerechnet hatte. Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados rief in der Diskussion dazu auf,
die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland weiter zu stärken.
Foto: Barbara Ludwig, Oberbürgermeisterin Stadt Chemnitz
Soziologie-Professor Behr bilanzierte, dass vor allem in technischen Berufen in den kommenden Jahren der Nachwuchs weniger wird. Dem müsse mit mitteldeutschen Vermarktungsaktivitäten begegnet werden. Denn gerade in den starken Clustern würde der Personalaufbau fortgesetzt werden müssen. „Der länderübergreifende Clusterbildungsprozess ist deutlich weiter als vor fünf Jahren“, sagte Behr. Zuvor habe es „jahrelang Paralleluniversen“ geben. Die neue Kooperation wirke sich auch auf dem Arbeitsmarkt aus. Die Studie zur Fachkräfteentwicklung wird im Herbst veröffentlicht.
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