„Clusterprozesse verbessern das Investitionsklima“
Die Deutsche Clusterkonferenz zeigt Investoren wie attraktive Standortbedingungen und gelungene Clusterprozesse das Investitionsklima verbessern. Deswegen unterstützt der Vorstandsvorsitzende der Sachsen Bank, Harald R. Pfab, die Konferenz.
Herr Pfab, Ihr Haus unterstützt die erste Deutsche Clusterkonferenz am 20. und 21. Oktober in Leipzig. Was erwarten Sie von der Veranstaltung?
Dass die erste Deutsche Clusterkonferenz in Leipzig, also im Herzen der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland, stattfindet, ist ein Glücks-, aber sicher kein Zufall. Hier ist in den vergangenen Jahren ein moderner Produktions- und Dienstleistungsstandort mit hohen Wachstumsraten und internationaler Ausstrahlung entstanden.
Die Deutsche Clusterkonferenz, die rund 500 Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft in Leipzig zusammenführen wird, setzt dazu ein Ausrufezeichen. Es geht um Wahrnehmbarkeit nach außen und um Wahrnehmung in der Region selbst. Wir können zeigen, welche attraktiven Standortbedingungen die Wirtschaftsregion für Investoren bietet. Und wir können am Beispiel anderer Preisträger des deutschen Spitzenclusterwettbewerbs lernen, wo wir die Vernetzung in der Region und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit noch weiter verbessern müssen.
Welche Rolle spielen Finanzinstitute in einem Clusterprozess?
Finanzinstitute sind Teil dieses Prozesses. Im Grunde geht es doch darum, innovations- und wachstumsfreundliche Rahmenbedingungen für die Clusterunternehmen zu schaffen. Spätestens an dieser Stelle kommen Banken ins Spiel. Als Sachsen Bank setzen wir in unserem Unternehmenskundengeschäft sehr stark auf diese Entwicklung. Wir definieren uns als Bank für Mitteldeutschland und sehen hier für unser Haus große Wachstumsmöglichkeiten.
Die Aufgabenstellungen in einem solchen Clusterprozess sind durchaus anspruchsvoll. Es geht um Vernetzung und Kooperation, um die Zusammenarbeit der Unternehmen untereinander, aber auch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Und es geht darum, Unternehmen bei diesen komplexen Fragen zu begleiten. Denken Sie an Themen wie Neuansiedlungen, Sprunginvestitionen, Nachfolgefinanzierungen oder auch Betriebsübernahmen. Hier verfügen wir über viel Erfahrung und die notwendigen Produkte. Und hier wollen wir uns als leistungsfähiger Partner des Mittelstandes weiter profilieren.
Wie profitieren Unternehmen von einem Cluster?
Gerade mittelständische Unternehmen profitieren von einem Clusterprozess in besonderer Weise. Die Clusterbildung erschließt für sie häufig zusätzliche Ressourcen in Feldern wie Forschung und Ausbildung, Recruiting und Marketing. Es entstehen direkte Kontakte zu Hochschuleinrichtungen und Trägern beruflicher Ausbildung. Nicht zu unterschätzen ist auch das Netzwerk, das sich zwischen den Unternehmen bildet.
Dieser verstärkte Austausch ist ein ganz wesentliches Element der Clusterbildung. Auch die Wege zu Zulieferern verkürzen sich. Das rechnet sich für den Mittelständler sehr schnell. Ein gelungener Clusterprozess wirkt auch über die Branche hinaus, weil er das Investitionsklima verbessert und den Standort insgesamt stärkt.
Inwiefern können Cluster für die nationale und internationale Vermarktung eines Standortes von Vorteil sein?
Das Silicon Valley in Kalifornien ist vielleicht das Musterbeispiel für den Welterfolg eines Clusters und dessen erfolgreiche Vermarktung. Die Initialzündung ging seinerzeit von der Stanford University aus. Viele glückliche Faktoren – wie etwa die revolutionäre Entwicklung der Halbleiterindustrie – kamen dann zusammen, dass aus Garagenfirmen in wenigen Jahren Weltkonzerne werden konnten. Das Grundprinzip bleibt wegweisend. Enge Verbindung von Wissenschaft und Unternehmen, Starthilfen und Unterstützung für Existenzgründer und mittelständische Unternehmen durch Schaffung entsprechender Netzwerke und Infrastruktur, nicht zuletzt auch ein gemeinsames Selbstverständnis als innovativer Standort für ein bestimmtes Branchenumfeld.
Was war ausschlaggebend für Ihr Engagement bei der Deutschen Clusterkonferenz?
Geschäftsgebiet der Sachsen Bank ist Mitteldeutschland. Mittelständische Unternehmen sind unsere wichtigste Kundengruppe. Wir sind von den Zukunftsperspektiven der Wirtschaftsregion überzeugt und haben ein großes Interesse, diese positive Entwicklung weiter zu befördern. Die Deutsche Clusterkonferenz kann dazu einen Beitrag leisten.
Herr Pfab, vielen Dank für das Gespräch.
Zur Person:
Harald R. Pfab begann seine Karriere 1966 in der Landesgirokasse Stuttgart mit einer Banklehre, die er von 1972-1973 um ein Studium an der Sparkassenakademie Württemberg ergänzte. In den darauf folgenden Jahren erwarb der 1948-Geborene seinen Abschluss als Sparkassenbetriebswirt (Dipl.) am Lehrinstitut Bonn. Ab 1973 war Pfab bei der Landesgirokasse Stuttgart als Unternehmenskundenberater, Bereichsleiter und stellvertretendes Vorstandsmitglied tätig, bevor er im Jahr 1999 die Bereichsleitung bei der Landesbank Baden-Württemberg und ab 2005 bei der Baden-Württembergische Bank übernahm. Ab 2007 war er als Mitglied des Vorstandes der Sachsen LB verantwortlich für den Bereich Corporate Finance. Seit der Übernahme der Sachsen LB durch die Landesbank Baden-Württemberg im Frühjahr 2008 ist Pfab Vorsitzender des Vorstandes der Sachsen Bank mit Sitz in Leipzig.
Weitere Informationen:
Sachsen Bank
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