Cluster

Messe orientiert sich an Clustern

02. October 2008


Maßgebliche Impulse für eine noch stärkere Vernetzung der mitteldeutschen Wirtschaft, erwartet Geschäftsführer der Leipziger Messe Wolfgang Marzin von der Deutschen Clusterkonferenz. Davon können auch die wichtigsten Messen der Regionen profitieren.

Herr Marzin, Ihr Haus unterstützt die erste Deutsche Clusterkonferenz am 20. und 21. Oktober in Leipzig. Was erwarten Sie von der Veranstaltung?
Die Leipziger Messe ist ein mitteldeutsches Unternehmen, welches global agiert. Wir erwarten uns von der Konferenz maßgebliche Impulse für eine noch stärkere Vernetzung der mitteldeutschen Wirtschaft, um den Standort international attraktiver zu machen. Wir werden die Konferenz natürlich auch als Bühne für den Erfahrungsaustausch mit andern Unternehmen nutzen.

Wie bringt die Messe sich in den Clusterprozess ein, welche Rolle spielt eine Messe darin?
Gemeinsamkeit statt Separatismus, Kooperation statt Konkurrenz sind im Zeichen von Globalisierung und scharfem internationalen Standortwettbewerb die Gebote der Stunde. Wir als Messegesellschaft orientieren uns mit unserem Portfolio an den Clusterprozessen in der Region, beispielsweise mit den Messen Auto Mobil International, AMITEC oder Zuliefermesse Z, die sich als Bestandteile des automobilen Clusters in verstehen. Die Leipziger Messe hat eine klare Aufgabe zu erfüllen, der Region Wirtschaftskraft zufließen zu lassen, die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zu gestalten, internationale Aufmerksamkeit auf Leipzig zu lenken und somit der Region zu hohem Ansehen zu verhelfen. Wir verstehen uns als Botschafter für die Region auf internationalem Parkett. Und wir können dazu eine Menge einbringen. Zum Beispiel unsere Auslandsvertreternetz, daß Leipzig und seine Region aktiv mit vermarktet. In keiner unserer zahlreichen Werbebroschüren, Publikationen und Presseartikel fehlt der Hinweis auf die Vorzüge Sachsens als Investitions-, Wissenschafts- und Kulturstandort.

Wie profitieren Unternehmen von einem Cluster?
Die Leipziger Messe ist ein mittelständisches Unternehmen. Mittelständischer Unternehmer sein muss heute heißen: den Blick nach vorn richten, neue Lösungen suchen, Netzwerke schaffen, Partner für gemeinsame Aktivitäten finden. Und mitteldeutscher Unternehmer sein heißt heute, die Traditionen des erfolgreichen hiesigen Unternehmertums nicht abreißen zu lassen. Nicht rückwärts gewandt, sondern Motivation schöpfend für die Aufgaben der Zukunft. Der moderne Mittelstand muss sich auf diese Stärken besinnen, will er auf Dauer erfolgreich sein: Auf seinen Erfindungsreichtum. Auf seinen Innovationswillen. Auf seine Risikofreude! Und, der moderne Mittelstand muss diese Vorzüge lautstark kommunizieren. Denn der Mittelstand ist häufig sehr viel besser, als er sich darstellt.

Inwiefern können Cluster für die nationale und internationale Vermarktung eines Standortes von Vorteil sein?
Es geht aus unserer Sicht vor allem auch darum, die Wirtschaftsregion international aktiver und vor allem gemeinsam zu vermarkten. Das bringt allen Beteiligten Erfolg. Mehr Aussteller und Besucher für die Messe. Mehr Aufträge und Exporte für die boomende Industrie in der Region. Oder mehr internationale Kongresse für Leipzig.

Was war ausschlaggebend für Ihr Engagement bei der Deutschen Clusterkonferenz?
Wir verstehen uns als eine „mitredende Messe“, die neben internationalem Business auch gesellschafts- und wirtschaftspolitische Akzente setzen muss. Die Chancen Mittel- und Ostdeutschlands, die Osterweiterung der Europäischen Union und eben das regionale Marketing - dies sind die für die Region herausragenden gesellschaftspolitischen Themen - und die gilt es in das Messegeschehen so zu integrieren, dass von Leipzig aus Akzente für die Gesellschaftspolitik ausgehen - nicht nur Akzente des Angebots und der Nachfrage.

Herr Marzin, vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person:
Wolfgang Marzin studierte Betriebswirtschaft mit der Spezialisierung Außenhandel, begann 1989 seine Berufslaufbahn als Projektleiter Auslandsmessen beim Internationalen Messe- und Ausstellungsdienst in München, wechselte 1991 zur Münchner Messegesellschaft und nach reichlich sechs Jahren zur Messe Düsseldorf. Dort übernahm er die Leitung von deren Tochtergesellschaft in Chicago. Seit Januar 2002 war er Vorsitzender der Geschäftsführung der Gesellschaft für Handwerksmessen GHM in München. Seit 1. April 2004 leitet Wolfgang Marzin die Geschicke der Leipziger Messe als Vorsitzender der Geschäftsführung. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Weitere Informationen:
Leipziger Messe
Herbstinterview mit: Wolfgang Marzin, Leipziger Messe
Herbstinterview mit: Harald R. Pfab, Sachsen Bank
Sommerinterview mit: Herwig Fischer, E.ON Kraftwerke
Sommerinterview mit Hans-Joachim Raubach, Bayer Bitterfeld
Sommerinterview mit: Jens Berger, PwC
Sommerinterview mit: Dr. Thomas Hofmann, IHK zu Leipzig
Sommerinterview mit: Prof. Dr. Klaus-Ewald Holst, VNG
Sommerinterview mit: Andreas Otter, Deloitte


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Dr. Gerold Schade, LANXESS IAB Ionenaustauscher GmbH
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