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„Das Ende der Gießkanne“

17. Oktober 2008


Der „Aufbau Ost“ komme in Schwung und die geplante Konzentration der Bundesförderung sei der richtige Weg, schreibt Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts in seiner Kolumne für die aktuelle Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Regjo.

Klaus Wurpts, Wirtschaftsinitiative

„Das Ende der Gießkanne“ nennt Wurpts die Entwicklungen hinsichtlich der bundesdeutschen Förderprogramme. Die künftige Konzentration des Bundes auf die Gemeinschaftsaufgabe (GA) zur Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur soll ab dem Jahr 2013 den Ländern eine noch spezifischere Branchen-, Technologie- und Unternehmensförderung ermöglichen. In die gleiche Richtung geht auch der Spitzenclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Mit den Förderungen von insgesamt 200 Millionen Euro werden damit Cluster als Impulsgeber für neue Technologien gefördert.

Nach dem Credo der Wirtschaftsinitiative „Stärken zu stärken, begrüßt Wurpts in der Regjo-Kolumne das Ende der pauschalen Investitionszulage nach dem „Gießkannen-Prinzip“. Regjo ist ein vierteljährlich erscheinendes Magazin für den Wirtschaftsraum Mitteldeutschland. Es fungiert als Sprachrohr der Region nach innen und außen. Das Heft erscheint in einer Auflage von 16.000 Exemplaren. Davon liegen 4.500 Exemplare bundesweit in ICE-Zügen der ersten und zweiten Klasse. Regjo erreicht circa 400.000 Leser.

Im Sinne der Kompetenzbündelung unterstütze die Wirtschaftsinitiative seit vier Jahren Clusterprozesse in Mitteldeutschland. Herauszuheben sind laut der Kolumne die Cluster „Silicon Saxony“ und „Solarvalley Mitteldeutschland“. Beide werden im Spitzenclusterwettbewerb des Bundesforschungsministeriums gefördert. Neben der Investitionstätigkeit ist laut Wurpts insbesondere die länderübergreifende Zusammenarbeit aller Beteiligten beispielgebend. Hier habe eine neue Phase des „Aufbau Ost“ bereits begonnen.

Der gezielten Förderung von innovativen Branchen sei es unter anderem zu verdanken, dass die drei mitteldeutschen Länder ein über dem Bundesdurchschnitt liegendes Wachstum am Bruttoinlandsprodukt verzeichnen. Dennoch müsse sich der „Aufbau Ost“ weiteren Herausforderungen stellen; vor allem dem des demographischen Wandels. In Teilen sei dies bereits gelungen. Gemäß einer Studie der Europäischen Union gehört das Bevölkerungswachstum in Zentren wie Dresden, Jena und Leipzig zu den europäischen Spitzenreitern. Laut des aktuellen Statistiknewsletters der Wirtschaftsinitiative nehmen in Mitteldeutschland insgesamt die Fortzüge ab, während die Zuzüge konstant bleiben.

Der Statistiknewsletter entstand in Gemeinschaftspublikation mit den Statistischen Landesämtern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Statistiken sind ein Mittelwert aus den offiziellen Daten der drei Länder. Der aktuelle Newsletter wird kommende Woche in einer Auflage von 6.500 Stück erscheinen und kann sowohl über die Wirtschaftsinitiative als auch über die statistischen Landesämter kostenlos bezogen werden.

Gemäß dem Statistiknewsletter steigen auch die Erwerbstätigkeitszahlen. Als Grund nennt Wurpts die Nachfrage an qualifizierten Fachkräften. Trotz des Anstiegs fordere er, die Berufseingliederung von Langzeitarbeitslosen nicht aus den Augen zu verlieren. So sei nach ihm die wichtigste Herausforderung für den weiteren „Aufbau Ost“ den Standort attraktiv zu gestalten. In erster Linie geschieht dies durch das Anwerben und Halten junger und qualifizierter Fachkräfte. Eine zweite Möglichkeit sei das Anpassen des Steueraufkommens an das Westniveau. Schließlich müsse auch dem Überaltern der Bevölkerung entgegengewirkt werden.

Beim Schritt der Fachkräftegewinnung sei vor allem eine engere Kooperation der öffentlichen Stellen gefragt. Unternehmen hätten diese Notwendigkeit erkannt. Im Juni dieses Jahres wurde von der Wirtschaftsinitiative die überregionale Firmenkontaktbörse „Absolventenmesse Mitteldeutschland“ veranstaltet. Die nächste Absolventenmesse soll Ende 2009 stattfinden.


Weitere Informationen:
Regjo-Kolumne (PDF)
Absolventenmesse Mitteldeutschland
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