Standort

Attraktiv für Investmentfonds

24. Oktober 2008


Die von Bundesminister Wolfgang Tiefensee vorgelegte Studie zur „Cleantech“ in Ostdeutschland wurde nun bei einer Konferenz in Berlin diskutiert. Für Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer ist der Ansatz zu heterogen, biete aber Vermarktungschancen.

Wolfgang Tiefensee, BMVBS

Über 150.000 Menschen und damit rund 3 Prozent aller Beschäftigten in Ostdeutschland arbeiten im Bereich „Cleantech“. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Joachim Ragnitz vom Dresdner ifo-Institut im Auftrag des Aufbau Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Wolfgang Tiefensee, erstellt hat. Zur „Cleantech“ werden danach die regenerativen Energien, Umweltsanierung und Recycling, sowie Technologien und Dienstleistungen zur Reduktion von Treibhausgasen und Steigerung der Energieeffizienz gezählt.
 
Zur Präsentation der Studie hatte Tiefensee vergangene Woche zu einer Konferenz nach Berlin eingeladen. Zu den rund 150 Experten vor Ort zählten auch Peter Frey von CiS Institut für Mikrosensorik aus Erfurt, der das „Solarvalley Mitteldeutschland“ vorstellte, sowie Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts. Während Tiefensee jedoch die „Cleantech“ als „Zukunftsfeld“ bewertete und strategische Entwicklungsmöglichkeiten diskutieren wollte, verwiesen zahlreiche der Experten auf die Branchen-Heterogenität, die der Begriff umfasse.
 
Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Wurpts empfahl, den Begriff „Cleantech“ vor allem für Vermarktungszwecke einzusetzen, da zum Beispiel Investmentfonds Unternehmensanleihen unter diesem Titel bündelten. Ferner können mit dem Begriff ein positives, ökologisches und nachhaltiges Standortimage verbunden werden, das für junge „High Potentials“ von zunehmender Bedeutung sei, wie viele Städte an der US-amerikanischen Westküste zeigten. Als einen strategischen Entwicklungsansatz im Sinne eines Clusterprozesses stellt auch Wurpts den Oberbegriff in Frage.
 
Wurpts verwies auf gleich mehrere Herausforderungen, die die „Cleantech“-Branchen in den nächsten Jahren zu meistern habe. So sei die hohe Bedeutung der Kohle als Energielieferant in Ostdeutschland zu berücksichtigen. „Die Kohle bildet nach wie vor das Rückrat der ostdeutschen Industrie und wird dieses auch auf absehbare Zeit sein“, erläuterte Wurpts. Dies müsse bei der Wirtschaftsförderung und der Gestaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen unbedingt berücksichtigt werden. Der allseits angestrebte „Energiemix“ sei noch nicht absehbar.
 
Als weitere Herausforderung nannte Wurpts die Exportförderung für kleine und mittlere Unternehmen. Die Exportquote der Betriebe sei ein wesentlicher Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit der Region. Hier seien vor allem die zahlreichen Angebote qualitativ zu verbessern.

Weitere Informationen:
Zukunftskonferenz
Institut für Wirtschaftsforschung
Nachricht: Wirtschaftsinitiative präsentiert sich in Berlin
Nachricht: Solarvalley erweitert „Energieregion“
Nachricht: Forschung und Entwicklung sind auf hohem Niveau
Nachricht: Solar-Förderung ist Sternstunde für Mitteldeutschland


Bildbalken WiM Stadt Gera Stadt Magdeburg Stadt Dessau Stadt Jena Stadt Halle Stadt Leipzig Startseite
Mario Busch, BOSCH
„Wir engagieren uns hier, weil wir einer starken Region ein starkes Profil geben wollen.”