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Neue Wege in der Stammzelltechnologie

01. März 2011


Die Sächsische Aufbaubank fördert ein Projekt mitteldeutscher Partner zur Produktion pflanzlicher Anti-Freeze-Proteine. „Das Vorhaben steht beispielhaft für die Potenziale der regionalen Biotechnologiebranche“, so Prof. Dr. Frank, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative.

Im Rahmen des gemeinsamen Projektes wollen die BioPlanta GmbH, das Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI), die VITA34 AG sowie das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle (IPB) ein biotechnisches Verfahrens zur Produktion von Anti-Freeze-Proteinen (AFP) in Pflanzenbioreaktoren entwickeln. Damit soll eine Alternative zum derzeitigen Standard-Gefrierschutzmittel Dimethylsulfoxid (DMSO) gefunden werden, das als zell- und membranschädlich gilt. Das Vorhaben wird von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) mit  einem Gesamtprojektvolumen von 824.000 EUR gefördert. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern und die Umsetzung der hochinteressanten Projektidee, pflanzliche Proteine bei der Kryokonservierung als Ersatz von DMSO einzusetzen.“, sagt Dr. André Gerth, Geschäftsführer der BioPlanta GmbH. Das Unternehmen erhielt 2009 den IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland im Cluster Biotechnologie - Life Science für die Entwicklung eines weltweit einzigartigen Bioreaktors, der die In-vitro-Produktion von Pflanzen für Kosmetika und Arzneien in industriellem Maßstab ermöglicht.

Anti-Freeze-Proteine oder auch Eisstrukturierende Proteine gehören zu der Klasse der Polypeptide. Sie wirken beim Einfrieren von flüssigen Substanzen der Eiskristallbildung und somit der großflächigen Zerstörung der Zellwände entgegen. AFP binden sich an kleine Eiskristalle (Eiskeime) und verhindern deren Wachstum und Rekristallisierung. Die Nutzung dieses Effektes erlaubt die Lösung einer ganzen Reihe von Problemen in der Humanmedizin, Lebensmittelindustrie und Biotechnologischen Prozesstechnik. So wäre es möglich, Organe  wesentlich schonender über lange Zeiträume unter Kryobedingungen zu lagern. Ebenso bietet diese Technologie neue Perspektiven in der Langzeitlagerung von Blutkonserven oder Spermien. Pflanzliche Anti-Freeze-Proteine können auch in der Lebensmittelindustrie zur Erhaltung einer stabilen Konsistenz von tiefgefrorenen Lebensmitteln wie Speiseeis, Brötchenteig oder Milchprodukten zum Einsatz kommen.

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Die Ausarbeitung des Förderantrages und des kommerziellen Anwendungsszenarios wurde vom Cluster Biotechnologie - Life Sciences Mitteldeutschland, einem regionenübergreifenden Verbund zur Unterstützung des Technologietransfers in den Lebenswissenschaften mit Sitz in Jena begleitet. „Die erfolgreiche Einwerbung dieser Forschungsmittel zeigt, dass unser Ansatz der gemeinsamen Prüfung von kommerziellen Anwendungen für Innovationen der Biotechnologie-Szene in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen richtig ist.“, freut sich Martin Pohle, Projektleiter des Cluster Life-Science Mitteldeutschland beim medways e.V. in Jena. Die Strategie des Netzwerkes ist es, die Clusterarbeit stringent auf die Herausarbeitung neuer Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle zu konzentrieren, die das nachhaltige unternehmerische Wachstum fördern. Die Projektarbeit wird vorwiegend selbstständig durch Konsortien aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen gestaltet, die sich aus kommerziellem Interesse um mehrere Themen versammeln.

Zweites Bild: Dr. André Gerth, Geschäftsführer der BioPlanta GmbH

Weitere Informationen:
Cluster Biotechnologie - Life Sciences Mitteldeutschland
BioPlanta GmbH
Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI)
VITA34 AG
Leibniz-Institutes für Pflanzenbiochemie (IPB)
Nachricht: Biotechnologiebranche braucht mehr Manager


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Dr. Percy Dahm, arvato Systems perdata GmbH
„Wir engagieren uns in der Metropolregion Mitteldeutschland, weil wir damit auch in Zukunft diesen hervorragenden Wirtschaftsstandort mitgestalten werden.”