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Überholspur oder Standstreifen?

24. Februar 2012


Wie kann Mitteldeutschlands Wirtschaft vom Zukunftsthema Elektromobilität profitieren? Indem sie ein branchenübergreifendes Innovations-Netzwerk etabliert, so die Antwort von Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Jörn-Heinrich Tobaben bei einer Podiumsdiskussion in Leipzig.

„Bei der Elektromobilität handelt es sich um eine Querschnittstechnologie, die nur im engen Zusammenwirken von Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Clustern erfolgreich vorangebracht werden kann“, so Jörn-Heinrich Tobaben. Dafür verfüge Mitteldeutschland mit den vorhandenen Partnern und Strukturen in den Bereichen Automotive, Energie, Chemie und IT über sehr gute Vorrausetzungen. „Wenn es gelingt, auf diesem Wachstumsfeld ein Innovations-Netzwerk von überregionaler Ausstrahlung zu etablieren, wird dies zahlreiche positive Effekte für die mitteldeutsche Wirtschaft haben“, erklärte der Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer beim 5. Anwenderkurs „Elektromobilität“ an der Handelshochschule Leipzig (HHL).

Foto: Jörn-Heinrich Tobaben, Wirtschaftsinitiative

Die von der HHL in Zusammenarbeit mit der EnergieCity Leipzig GmbH und der Landesvertretung Mitteldeutschland des Bundesverbandes eMobilität e.V. im Rahmen des EU-Projektes „EmPower“ organisierte Veranstaltung beschäftigte sich mit den ökologischen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der Entwicklung und Markteinführung der neuen Technologie. Den Hintergrund bildet das im Mai 2011 durch die Bundesregierung veröffentlichte „Regierungsprogramm Elektromobilität“. Danach wird zu den geplanten 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II nun eine weitere Milliarde für F&E-Maßnahmen im Bereich Elektromobilität bereitgestellt, um bis 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland auf die Straße zu bringen. Zu den geplanten Projekten gehört die Förderung von drei bis fünf „Schaufensterregionen“ in Deutschland mit insgesamt 180 Millionen Euro. In der jeweiligen Regionen sollen die gesamte elektromobile Wertschöpfungskette und Alltagsanwendung in der Praxis erprobt und öffentlich dargestellt werden.

In diesem Zusammenhang wurden die getrennten Bewerbungen der mitteldeutschen Bundesländer von den Teilnehmern und Zuhörern der Podiumsdiskussion „Aufbau Cluster eMobilität“ kontrovers diskutiert. Während sich Thüringen und Sachsen-Anhalt gemeinsam um ein „Schaufenster Elektromobilität“ bemühen, hat Sachsen zusammen mit dem Freistaat Bayern einen Projektantrag eingereicht. „Als länderübergreifende Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland drücken wir natürlich für den Erfolg beider Bewerbungen die Daumen“, erklärte Jörn-Heinrich Tobaben. Er verwies außerdem auf die ebenfalls geplante Förderung von Leuchtturm-Projekten, welche sich auf bestimmte Anwendungen oder Technologien, zum Beispiel die Erforschung der Batterie-, der Antriebs- sowie der Informations- und Kommunikationstechnologie, innerhalb der Elektromobilität fokussieren. „Diese Förderung von branchenübergreifenden Innovationsprozessen ist aus meiner Sicht eine ideale Plattform für die themenbezogene Kooperation zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus ganz Mitteldeutschland“, so der Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer.

Weitere Informationen:
Handelshochschule Leipzig (HHL)
EnergieCity Leipzig
Bundesverbandes eMobilität
Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums zum Thema Elektromobilität


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Mario Busch, S&P Ingenieure + Architekten
„Für Mitteldeutschland, für unsere Region, engagieren wir uns mit "Herzblut". Wir wollen aktiv dazu beitragen, dass diese Wirtschaftsregion durch Innovationskraft, Wachstum und Lebensqualität eine starke Zukunft hat.”