„Die Zeit ist reif.“
IQ-Preisträger 2012 im Portrait: Mit der von ihm entwickelten Software „Soundjack“ zur verzögerungsoptimierten Online-Interaktion per Musik und Sprache will Prof. Dr. Alexander Carôt den Schritt vom wissenschaftlichen Forschungsprojekt auf den freien Markt wagen.
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eit Prof. Dr. Alexander Carôt vor gut vier Wochen mit der Software „Soundjack“ den IQ Innovationspreis Mitteldeutschland 2012 im Cluster Informationstechnologie gewonnen hat, scheinen einige Dinge ins Rollen zu kommen. „Ich hatte bereits in den vergangenen Jahren einige Anfragen von Leuten, die sich für die Vermarktung meiner Innovation interessiert haben. Aber das hat nie gepasst“, so der Informatiker und Jazzmusiker, der eine Professur an der Hochschule Anhalt in Köthen innehat.
Foto: Prof. Dr.-Ing. Alexander Carôt, Soundjack
Jetzt ist ein Unternehmer aus Österreich auf sein Produkt zur nahezu verzögerungsfreien Online-Interaktion per Musik und Sprache aufmerksam geworden. Ein erstes Treffen in Wien in dieser Woche verlief
vielversprechend. „Es geht bereits konkret um die Gründung einer Kapitalgesellschaft zur technologischen Weiterentwicklung und europaweiten Vermarktung von Soundjack sowie um die Akquise potentieller Mitarbeiter“, berichtet Prof. Dr. Alexander Carôt. Darüber hinaus existiert bereits eine vorläufige Finanzierungszusage eines Förderprogramms für Existenzgründer. Zu den Interessenten, die sich in den vergangenen Wochen bei Prof. Dr. Alexander Carôt meldeten, gehört auch das Netzwerk „iRock“. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) geförderte Projekt vereint Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit dem Ziel, innovative Produkte und logistische Konzepte für nationale und internationale Musikfestivals zu entwickeln und zu vermarkten.
Foto: Prof. Dr.-Ing. Alexander Carôt, Soundjack
Die Idee zu Soundjack entstand bereits vor über zehn Jahren, als der Musiker Carôt trotz vieler Ortswechsel weiter mit seinen Bands über das Internet zusammen proben und spielen wollte.
Doch damit taktgenaues Musizieren über das Internet möglich ist, darf die Zeit, die ein Datenpaket benötigt, um vom Sender zum Empfänger zu gelangen, nicht mehr als 25 Millisekunden betragen. Keine bisher am Markt befindliche Software schaffte diesen Zielwert. Durch die Optimierung aller Komponenten der digitalen Signalverarbeitung reduziert Soundjack die systemeigene Latenz auf fünf Millisekunden. Damit eröffnet die Software völlig neue Möglichkeiten einer qualitativ hochwertigen und nahezu verzögerungsfreien Online-Kommunikation in den Bereichen Musik, Telepräsenz, Online-Gaming und im Geschäftsalltag.
Foto: v.l. Stephan Drescher (GISA), Prof. Dr.-Ing. Alexander Carôt (Hochschule Anhalt), Michael Krüger (GISA)
Seit 2006 ist die Software als kostenlose Beta-Version für jeden nutzbar und wurde bereits mehrfach für Konzerte und Proben von Musikern an verschiedenen Orten über das Internet eingesetzt. „Ein Produkt für Nutzer ohne fundiertes Wissen in den Bereichen digitale Signalverarbeitung und Netzwerktechnik war es aufgrund der komplexen Parameter, die es anzupassen gilt, damals allerdings nicht“, erinnert sich der Wissenschaftler. Uneingeschränkt ist dies bis heute nicht der Fall. Deshalb arbeitet Prof. Dr. Alexander Carôt derzeit vor allem daran, die Usability für „normale“ Anwender zu verbessern, sowohl durch Weiterentwicklung der Programmoberfläche als auch einen höheren Automatisierungsgrad bei der Einrichtung der Software.
Der Erfolg beim IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ist für Prof. Dr. Alexander Carôt auch eine persönliche Bestätigung: „Es gab in den vergangenen Jahren mitunter das Gefühl gegen Mauern zu rennen, weil viele das Produkt nicht ernstnahmen oder nicht glaubten, dass es technisch funktionieren kann.“ Jetzt besteht die Herausforderung darin, das Projekt von der Ebene einer wissenschaftlichen Forschungsarbeit aus in Richtung des freien Marktes weiterzuentwickeln. Dazu sei der Gewinn des Clusterpreises Informationstechnologie genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen. „Ich habe das Gefühl, die Zeit ist reif für meine Innovation“, so Prof. Dr. Alexander Carôt
Weitere Informationen:
IQ Innovationspreis Mitteldeutschland
IQ-Finalistenportrait
Soundjack
IQ-Finalisten-Filme bei „Sachsen-Anhalt heute“
IQ-Finalisten-Filme bei "Einfach genial"
Nachricht "MDR berichtet ausführlich über IQ-Finalisten"
IQ-Preisträger 2012 im Portrait:
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Downloads:
IQ-Publikation zu den Finalisten 2012
IQ- Fotogalerie 2012


