Regionale Solarbranche bündelt ihre Kräfte
„Solarvalley Mitteldeutschland“ hofft auf Spitzenclusterförderung vom Bund.
Solarstrom soll ab dem Jahr 2015 günstiger angeboten werden als konventioneller Strom. Das ist das Ziel des gemeinsamen Antrags von 25 Solarfirmen, 12 Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie dem Clustermanagement der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland. Das »Solarvalley Mitteldeutschland« bewirbt sich um eine von fünf Förderungen im Spitzenclusterwettbewerb der Bundesregierung. »Wir wollen innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre die Netzparität erreichen und die Photovoltaik zur bedeutendsten Energietechnologie dieses Jahrhunderts ausbauen«, sagt Dr. Hubert Aulich, Cluster-Sprecher und Vorstand der PV Crystalox Solar AG in Erfurt und Bitterfeld. Dafür sollen die Industriepartner und Forschungseinrichtungen in dem gemeinsamen Projekt vereint werden.
»Mitteldeutschland ist bereits die stärkste Solarregion in Europa«, sagt Klaus
Wurpts, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative. Die Photovoltaik sei einer wichtigsten Zukunftstechnologien für die Region. Bereits seit 2001 initiiere und begleite die Wirtschaftsinitiative Clusterprozesse in sechs Schwerpunktbranchen, was auch international auf große Resonanz stößt. Die mitteldeutsche Solarbranche verfüge über die kritische Menge an Unternehmen und Forschungseinrichtungen und bilde die Wertschöpfungskette vollständig durch ortsansässige Unternehmen ab, beurteilt Wurpts das Cluster. Im Jahr 2006 würden 16 Prozent aller weltweit produzierten Solarzellen in der Region Mitteldeutschland gefertigt. Dies mache 80 Prozent der deutschen Produktion aus.
Die Forschungsförderung vom Bund würde die weitere Kostenreduzierung in der
Solarzellenfertigung stark beschleunigen und damit einen wichtigen Beitrag zum
Klimaschutz leisten«, meint Dr. Jörg Bagdahn, Leiter des Fraunhofer-Centrums für Silizium-Photovoltaik CSP in Halle. Die steigenden Energiepreise und die Verknappung fossiler Ressourcen seien treibende Faktoren bei der Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Das seien zunächst zwar sonnige Aussichten für die Photovoltaikindustrie, allerdings bleibe es eine Herausforderung für die Branche, photovoltaisch erzeugten Strom innerhalb der nächsten Jahre zu gleichen Preisen wie konventionellen Strom anzubieten. Um langfristig wettbewerbsfähig zu sein, gelte es auch, den Innovationsvorsprung zur asiatischen Konkurrenz auszubauen, fordert Bagdahn weiter. Deshalb nehmen die Ausbildung im Bereich Photovoltaik an den Hochschulen und die Qualifizierung von technisch-wissenschaftlichem Personal in der Region einen zentralen Platz im Spitzenclusterantrag ein.
Seitens der Wissenschaft sind neben dem Fraunhofer CSP in Halle auch Forschungsinstitute und Hochschulen aus Halle, Erfurt und Dresden in den Antrag eingebunden. Aus der Industrie haben sich unter anderem die Solargrößen ersol, QCells, PV Silicon, Roth&Rau, solarworld, sunways, Wacker Schott Solar und von Ardenne an dem Antrag beteiligt. »Photovoltaikfirmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind mit eigenen Forschungsvorhaben eingebunden und präsentierten sich als geschlossene Branche am Standort Mitteldeutschland«, lobt Bagdahn. »Das größte europäische Solarforschungszentrum Fraunhofer ISE ist als strategischer Partner in diese Aktivität eingebunden«, freut sich Prof. Dr. Gerhard Willeke, stellvertretender Leiter des CSP und Koordinator des Photovoltaikbereichs am ISE.
Aus den am 3. Dezember eingereichten Anträgen werden zunächst 15 Kandidaten in die engere Auswahl gezogen. Das Ergebnis, welcher Clusterantrag den Zuschlag erhält, wird für Sommer 2008 erwartet. Das Bundesforschungsministerium will mit dem Spitzenclusterwettbewerb Kooperationen aus Wissenschaft und Wirtschaft fördern und so Netzwerken Wettbewerbsvorteile verschaffen. Hierzu wurden gemeinsame Strategien formulieren, die an den Stärken der regionalen Branche ansetzen und ungenutzte Entwicklungspotenziale ausschöpfen. Vorgesehen sind drei Wettbewerbsrunden in einem zeitlichen Abstand von etwa ein bis anderthalb Jahren. Pro Runde stellt das BMBF Fördermittel in einer Höhe von bis zu 200 Mio. Euro für bis zu fünf Spitzencluster zur Verfügung.
Weitere Informationen:
www.solarvalley.org
www.spitzencluster.de
www.mitteldeutschland.com
Kontakt:
Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH
Ele Jansen, Kommunikation
Nikolaistraße 28-32, 04109 Leipzig
Tel.: +49(0) 341 600 16 20
Fax: +49 (0) 341 600 16 13
Fraunhofer-Centrum für Silizium Photovoltail CSP
Jasmine Ait-Djoudi, Öffentlichkeitsarbeit/PR
Walter-Hülse-Str. 1, 06120 Halle
Tel: +49(0) 345 55 89 213
Fax: +49(0) 345 55 89 101
Web: www.iwmh.fraunhofer.de
PV Crystalox Solar AG
Sandy Cremer
Wilhelm-Wolff-Str. 25, 99099 Erfurt
Tel: +49(0)361 600 85 900
Web: www.pvcrystalox.com
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