Unternehmer schöpfen Kreativitätspotenzial ihrer Mitarbeiter nicht aus
Studie zum Kreativitätspotenzial der Deutschen: Sachsen-Anhalt belegt Spitzenplatz.
Mehr als ein Drittel der Deutschen (34 Prozent), gehört zur „kreativen Avantgarde“ und besitzt ein hohes Kreativitätspotenzial. Allerdings rufen noch viel zu wenige Unternehmen das Potenzial ihrer Angestellten am Arbeitsplatz ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der HHL – Leipzig Graduate School of Management unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg im Auftrag der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland.
„Kreativität wird im internationalen Wettbewerb zunehmend wichtig für Wirtschaftsstandorte, sodass Unternehmer verstärkt auf eine kreativitätsfördernde Umgebung achten müssen“, begründet Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts die Studie. Sie bestätigt den Trend, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, die kreative Potenziale am Arbeitsplatz fördern. Die Ergebnisse zeigen zudem, wo in Deutschland die kreativsten Köpfe leben.
Laut der repräsentativen Befragung von insgesamt 1.263 Bürgern im gesamten Bundesgebiet weisen 59,3 Prozent ein mittleres Kreativitätspotenzial („Kreatives Mittelmaß“), 6,7 Prozent ein geringes („Kreativitätsmuffel“) und 34 Prozent der Befragten ein hohes Kreativitätspotenzial („Kreative Avantgarde“) auf. Innerhalb der „Avantgarde“ zeigen sogar 0,2 Prozent der Bundesbürger eine extrem hohe kreative Veranlagung („Kreativitätsfreaks“). Über die regionale Verteilung der „Kreativen Avantgarde“ gibt die Einzelanalyse der Bundesländer Auskunft. Auf den Spitzenreiter Sachsen-Anhalt (45,3 Prozent) folgen Nordrhein-Westfalen (39,5), Berlin (39,3), Baden-Württemberg (38,9) und Schleswig-Holstein (37,3). Klare Schlusslichter des Länderrankings sind Bremen (9,9) und Brandenburg (5,9).
In einem zweiten Schritt fanden die Forscher heraus, dass nur 35,1 Prozent der Befragten ihr kreatives Potenzial am Arbeitsplatz gut bis sehr gut entfalten können. Nach dem Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern – hier geben 62,6 Prozent der Befragten an, in einem kreativitätsfördernden Umfeld zu arbeiten – können vor allem die Bundesländer punkten, die im Kreativitätsranking weniger gut abgeschnitten hatten: Rheinland-Pfalz (59,6), Schleswig-Holstein (50,2), Niedersachsen (49,2) und Sachsen (39,2) legen besonderen Wert auf ein kreatives Arbeitsklima. Am Ende der Tabelle liegen Hamburg (6,1) und das Saarland. Keiner der hier Befragten meinte, seine Kreativität am Arbeitsplatz voll zum Einsatz bringen zu können.
In einem dritten Schritt gibt die Studie Aufschluss über die Faktoren, die zu einem kreativitätsfördernden Arbeitsumfeld beitragen: Regelmäßige Schulungen, flache Unternehmenshierarchien bzw. ein Austausch über alle Führungsebenen hinweg helfen, die Motivation und Leistungsfähigkeit zu steigern. Das Gleiche gilt, wenn der Chef regelmäßige konstruktive Leistungsbewertungen ausspricht, Eigeninitiative fördert und offen ist für Fragen und Lösungen seiner Mitarbeiter.
Länderrankings im Überblick (siehe Tabellen der Anlage)
Angaben zur Methode:
Erfasst wurde das Kreativitätspotenzial mittels 30 Indikatoren, welche die Befragten für sich bewerten sollten. „Gemäß des in Wissenschaftskreisen anerkannten „Creative Personality Scale Tests“ schätzen sich kreative Menschen unter anderem als kompetent, individualistisch, erfinderisch, nachdenklich, selbstbewusst und unkonventionell ein“, erläutert HHL-Professor Manfred Kirchgeorg, Inhaber des Lehrstuhls für Marketingmanagement und verantwortlich für die Erhebung der Daten. Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Konventionalität, Gehorsam und Vorsicht wiesen indes eine negative Korrelation mit Kreativität auf, so Kirchgeorg weiter.
Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland:
In der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen sowie Kammern und Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der traditionsreichen Wirtschaftsregion Mitteldeutschland.
HHL – Leipzig Graduate School of Management:
Die Handelshochschule Leipzig (HHL) zählt zu den führenden Business-Schools in Europa. Sie gilt als Wiege der deutschen Betriebswirtschaftslehre und feiert 2008 ihr 110-jähriges Bestehen. Als staatlich anerkannte universitäre Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht bürgt die Hochschule für höchste Qualität in Publikationen und Lehre.
Kontakt:
Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH
Ele Jansen, Kommunikation
Tel.: 0341 6001620
Fax: 0341 6001613
HHL – Leipzig Graduate School of Management, Lehrstuhl Marketingmanagement
Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg,
Evelyn Kästner
Tel.: 0341 9851-680
Fax: 0341 9851-684
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