HYPOS-Webinar beleuchtet Potenziale von Kläranlagen als Elektrolyseur-Standort

29. April 2025
Am 21. Mai 2025 findet das zweite Webinar der HYPOS-Veranstaltungsserie „Chancen der 4. Reinigungsstufe - Kläranlagen als Standort für Elektrolyseure“ statt. Der diesmalige Schwerpunkt liegt auf Technologien, Genehmigungsprozessen und Finanzierungsmöglichkeiten. Wie zuvor soll die 4. Reinigungsstufe spannende Perspektiven für eine nachhaltig, innovativ und zukunftsorientiert Abwasserbranche eröffnen.

Die Nutzung von Kläranlagen als Standort für Elektrolyseure bietet zahlreiche Chancen und Herausforderungen für die Abfallwirtschaft und Energiewende. Beispielsweise kann durch die lokale Sauerstoffproduktion die Kommunalabwasser-Richtlinie (KARL) effizient umgesetzt werden. Zudem steigert der Verkauf des bei der Elektrolyse entstehenden Sauerstoffs die Wirtschaftlichkeit von Grünem Wasserstoff, was den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft beschleunigt und somit die Energiewende unterstützt.

Tobias Richter: „Wenn für den bei der Wasserelektrolyse entstehenden Sauerstoff ein Absatzmarkt entsteht, kann das die Wirtschaftlichkeit von Wasserstoffprojekten deutlich verbessern. Einen solchen Anwendungsfall bietet die vierte Reinigungsstufe von Kläranlagen, in der Sauerstoff gezielt eingesetzt wird. So werden Kläranlagen zugleich zu attraktiven Standorten und möglichen Treibern für Wasserstoffprojekte.“

HYPOS unterstütze mit dieser Workshopreihe seine Mitglieder dabei, solche Potenziale gemeinsam mit weiteren Akteuren zu erschließen und Partnerschaften für konkrete Umsetzungsprojekte zu entwickeln, so Tobias Richter weiter. Darüber hinaus trägt der Einsatz von Grünem Wasserstoff zur Defossilisierung schwer umstellbarer Bereiche sowie zur lokalen Energie- und Wärmeversorgung bei.

Doch Genehmigungsprozesse sind oft langwierig und durch komplexe Zuständigkeiten verschiedener Behörden geprägt. Fehlende klare gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen zudem eine rechtliche Unsicherheit. Auch der Mangel an standardisierten Verfahren sowie hohe Umwelt- und Sicherheitsauflagen erschweren die Planung. Zudem stellen hohe Investitionskosten und lange Amortisationszeiten eine Hürde dar. Förderprogramme sind zwar vorhanden, jedoch oft schwer zugänglich oder nicht exakt auf diese Projektart zugeschnitten. 

Das Folgewebinar der HYPOS-Veranstaltungsserie „Chancen der 4. Reinigungsstufe – Kläranlagen als Standort für Elektrolyseure“ beleuchtet deshalb die Themen Finanzierung und Genehmigungsprozesse genauer. Experten aus der Praxis schildern ihre Erfahrungen und teilen Informationen aus der Wirtschaft.

Wann: 21. Mai 2025 | ab 09:45 Uhr Check-In, Programmstart: 10:00 Uhr

Veranstaltungsort: online

Zum Hintergrund

Am 10. April 2024 wurde die Kommunalabwasser-Richtlinie (KARL) vom Europäischen Parlament angenommen und am 5. November 2024 vom EU-Ministerrat verabschiedet. Sie stellt eine überarbeitete Fassung der seit 1991 geltenden Richtlinie dar und zielt darauf ab, die Abwasserreinigung in kommunalen Kläranlagen zu verbessern. Die neuen Anforderungen beinhalten eine schrittweise Verschärfung der Grenzwerte bis 2045, wobei der Fokus auf der Entfernung von Mikroplastik und Mikroschadstoffen aus dem Abwasser liegt. Die Verschärfungen sollen nicht nur die Umweltbelastung reduzieren, sondern auch die Effizienz der Kläranlagen steigern – und das möglichst kostengünstig. Ein zentraler Punkt in der Richtlinie ist die Bedeutung von Sauerstoff in den Reinigungsprozessen, um die verschärften Grenzwerte zu erfüllen. Das führt zu einem steigenden Bedarf von Sauerstoff in den Kläranlagen.

Die HYPOS-Veranstaltungsserie in Kooperation mit der Streicher Anlagenbau GmbH und der KYROS HYDROGEN SOLUTIONS GMBH vermittelt die neuen Anforderungen der KARL, stellt Technologieanbieter vor, beleuchtet Genehmigungsprozesse sowie Finanzierung und bietet eine Exkursion zum praktischen Einsatz vor Ort.

Weitere Informationen

Zur Veranstaltungsseite

Rückblick zum ersten Webinar

Mehr News

CCUS-Initiative Ostdeutschland: Geschäftsstelle besetzt und neue Webseite online

Die CCUS-Initiative Ostdeutschland baut ihre Strukturen weiter aus. Seit dem 1. Juli hat Johannes Wege die Projektleitung übernommen. Er verantwortet künftig gemeinsam mit Projektmanager Rick Wiedersberg den organisatorischen Aufbau sowie die strategische und inhaltliche Weiterentwicklung. Im Zuge des Aufbaus der Geschäftsstelle wurde auch die Webseite umfassend überarbeitet. Sie dient nun als zentrale Informations- und Vernetzungsplattform rund um Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS).

Strohelemente: Nachhaltiges Bauen mit regionalem Rohstoff

Stroh als Baustoff? Was zunächst ungewöhnlich klingt, könnte künftig einen wichtigen Beitrag zum klimafreundlichen Bauen leisten. Das durch UNTERNEHMEN REVIER geförderte Projekt „Strohelemente“ zeigt, wie nachhaltiges Bauen künftig aussehen kann: Statt energieintensiver Baustoffe kommen vorgefertigte Wandelemente aus Stroh zum Einsatz. Der nachwachsende Rohstoff ist regional verfügbar, recycelbar und speichert CO₂.