Mitteldeutschland-Monitor: Mehrheit steht weiter zur Energiewende

22. März 2023
Eine Mehrheit der Menschen im Mitteldeutschen Revier blickt trotz Ukraine-Krieg, Inflation und Energiekrise optimistisch in die Zukunft und steht den Zielen der Energiewende weiter positiv gegenüber. Das ist das Ergebnis des 3. „Mitteldeutschland-Monitors“. Die repräsentative, länderübergreifende Bevölkerungsstudie ist ein gemeinsames Projekt der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, der MAS Gesellschaft für Marktanalyse und Strategie, der Sächsischen Agentur für Strukturentwicklung (SAS) und der Stabsstelle Strukturwandel des Landes Sachsen-Anhalt.

„Der Ukrainekrieg und die Diskussionen um Sicherheit der Energieversorgung führten Ende 2022 zu Unsicherheiten und kurzfristigen Verschiebungen des Meinungsbildes bei vielen Menschen. Trotzdem zeigen die Ergebnisse der Studie klar, dass eine Mehrheit weiter die Notwendigkeit und die Ziele der Energiewende befürwortet“, erklärt Metropolregion-Geschäftsführer Jörn-Heinrich Tobaben. „Parallel dazu arbeiten bereits viele mitteldeutsche Unternehmen an der Dekarbonisierung ihrer Geschäftsmodelle und Produktionsprozesse. Diese Bemühungen unterstützen wir als Metropolregion durch unsere Aktivitäten zum Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft und zum Ausbau der Erneuerbaren Energien“, so Jörn-Heinrich Tobaben weiter.

Foto: Jörn-Heinrich Tobaben |

Laut der repräsentativen Online-Befragung befürwortet weiter eine Mehrheit von 52 Prozent der Menschen im Mitteldeutschen Revier grundsätzlich die Ziele der Energiewende. Unverändert hoch sind auch die Zustimmungswerte für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. So stimmen 87 Prozent dem Ausbau der Solarenergie und 80 Prozent den Ausbau der Erdwärme zu. Bei der Windenergie stieg die Zahl der Befürworter sogar von 69 Prozent im Vorjahr auf 73 Prozent. Für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft plädieren 72 Prozent. Demgegenüber haben die im Befragungszeitraum Ende 2022 vorhandenen Unsicherheiten bei der Versorgungsicherheit und die steigenden Energiepreise die Stimmung beim Atom- und Kohleausstieg zu einer abwartenden Haltung der Befragten geführt. 41 Prozent der Befragten befürworten einen Kohleausstieg bis zum Jahr 2038 befürworten, gegenüber 48 Prozent im Jahr 2021. Die Zustimmung zum Atomausstieg sank auf 26 Prozent (2021: 40 Prozent).

Menschen blicken weiter optimistisch in die Zukunft 

Sehr stabil zeigten sich dagegen die Werte bei der allgemeinen und individuellen Zufriedenheit der Menschen in der Region. So waren 24 Prozent der Befragten (sehr) zufrieden mit der Situation im Mitteldeutschen Revier (2021: 22 Prozent). Weitere 42 Prozent vergaben die Schulnote 3 (2021: 40 Prozent). In Bezug auf ihre persönliche Lebenssituation stieg die Zahl derer, die (sehr) zufrieden waren im Vergleich zum Vorjahr sogar um drei Prozentpunkte auf 41 Prozent an. Auch für die Zukunft der Region war eine Mehrheit von 48 Prozent optimistisch, während bei 42 Prozent eine sehr oder eher pessimistische Erwartungshaltung vorherrschte. Eine knappe Mehrheit (48 zu 47 Prozent) blickte auch optimistisch in die persönliche Zukunft. 

Bei der Frage nach möglichen Einflussfaktoren für ihre persönliche Zukunft erwarteten 88 Prozent negative Effekte durch die hohe Inflation. Der Krieg in der Ukraine folgte mit 72 Prozent auf Platz 2, während Corona mit 41 Prozent nur noch eine eher untergeordnete Rolle spielte. Gleichzeitig sank die Zufriedenheit mit den Lebenshaltungskosten in der Region gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf 33 Prozent. Im Jahr 2020 hatte sich noch eine Mehrheit von 55 Prozent in diesem Punkt zufrieden gezeigt.

Mehrheit sieht Notwendigkeit des Strukturwandels und Fachkräftemangel

Unverändert hoch ist mit 54 Prozent der Anteil derjenigen, die einen Strukturwandel in der Region für notwendig halten. 27 Prozent der Befragten meinten, dass dieser Veränderungsprozess bereits eingesetzt habe. Bei der Frage nach erfolgversprechenden Zukunftsstrategien für den Strukturwandel nannten 47 Prozent der Befragten ein gut ausgebautes Angebot der öffentlichen Daseinsvorsorge, die Verbesserung der digitalen Infrastruktur (45 Prozent) sowie der Verkehrsinfrastruktur (43 Prozent). Insbesondere die strategischen Entwicklungsschwerpunkte, die im Handlungsprogramm Sachsens und im Strukturentwicklungsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt verankert sind, erhalten Zustimmungswerte zwischen 64 und 87 Prozent. Als eine große Herausforderung für die Region nannten die Befragten auch das Thema Fachkräfte. So nahmen fast zwei Drittel der Menschen (65 Prozent) bei ihrem Arbeitgeber einen starken Mangel an Fachkräften wahr. Lediglich 30 Prozent verneinten dies.

Über den Mitteldeutschland-Monitor

Die von der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und der MAS Gesellschaft für Marktanalyse und Strategie initiierte Online-Befragung untersucht seit dem Jahr 2020 das Meinungsbild der Bevölkerung in den neun Gebietskörperschaften des Mitteldeutschen Reviers zur Entwicklung der Region, zu den Themen Energiewende, Strukturwandel und Zukunftstechnologien sowie zur Zufriedenheit mit ihrer Lebenssituation. Die Sächsische Agentur für Strukturentwicklung (SAS) und die Stabsstelle Strukturwandel des Landes Sachsen-Anhalt unterstützen das Projekt als Partner und wichtigen Informationsbaustein und Beteiligungsformat für den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier. Für die 3. Auflage der repräsentativen Online-Umfrage wurden vom 01. bis 20. Dezember 2022 insgesamt 2.025 Personen in Leipzig, Halle (Saale) und den Landkreisen Altenburger Land, Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Saalekreis, Leipzig, Mansfeld-Südharz und Nordsachsen befragt. Die Ergebnisse sind unter www.mitteldeutschland-monitor.de abrufbar. 

Weitere Informationen

Ergebnispräsentation 3. Welle Mitteldeutschland-Monitor (PDF)

Webseite Mitteldeutschland-Monitor

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