Metropolregion Mitteldeutschland-Grenzlandmuseum Eichsfeld

Grenzlandmuseum Eichsfeld

Grenzlandmuseum Eichsfeld Foto: Thomas Rosenthal | Grenzlandmuseum Eichsfeld

  • Hintergrund

    Macht, Willkür, Grausamkeit - das alles demonstrierte das Ministerium für Staatssicherheit der DDR besonders an der innerdeutschen Grenze. Mit dem Grenzlandmuseum wurde ein wichtiger Teil deutscher bzw. gar europäischer Geschichte gesichert, bewahrt es doch den - abgesehen von den Transitübergängen - meistfrequentierten Straßengrenzübergang der innerdeutschen Grenze. Im Zuge der Grenzsicherung wurde in den Nachkriegsjahren zunächst die B247 zwischen Duderstadt und Worbis geschlossen, 1964 sogar gesprengt. 1973 wurde jedoch, auf der Basis des Grundlagenvertrags zwischen der BRD und der DDR die Straße wiederhergestellt und eine Grenzübergangsstelle eröffnet. Diese wurde dann bis kurz vor Schließung der Grenzübergangsstelle nach dem Fall der Mauer kontinuierlich erweitert und ausgebaut. Gut sechs Millionen Menschen passierten im Verlauf der Jahre diese Grenzübergangsstelle.

  • Vordergrund

    Das Grenzlandmuseum Eichsfeld zeigt sich Ihnen in der architektonischen Sachlichkeit der DDR-Baukunst. Als Mahn- und Erinnerungsstätte ist das Museum in den größtenteils originalen Räumlichkeiten der Grenzübergangsstelle untergebracht. So beherbergt das ehemalige Zollabfertigungsgebäude die Dauerausstellung zur Geschichte der deutschen Teilung. Museumstypisch nähern Sie sich dem Thema über Informationstafeln, Exponate und sowie Audio- und Videodokumente. Besonders interessant und gleichzeitig erschütternd sind dabei die individuellen Zeitzeugendokumente zu Zwangsaussiedlungen, Fluchten und zum Leben im grenznahen Bereich. Sie geben einen authentischen Einblick, in welcher besonderen Form die Bewohner dieser Region unter der Teilung zu leiden hatten.

  • Auf dem Weg

    Grenzlandweg

    Wenn Sie etwas Zeit mitgebracht haben (gut zwei Stunden), sei Ihnen empfohlen, einen Teil der ehemaligen Grenze abzugehen. Auf dem Rundweg von sechs km Länge können Sie zum Teil original erhaltene Grenzsperranlagen und Beobachtungsbunker anschauen und erhalten sowohl einen Ost- als auch einen Westblick auf die ehemalige innerdeutsche Grenze. Für Informationen zu den einzelnen Punkten gibt es entsprechende Tafeln. Sie können jedoch auch einen Audioguide im Museum ausleihen.

    „Grünes Band“

    Die innerdeutsche Grenze beeinflusste nicht nur das Leben der Menschen im Grenzgebiet, sondern hatte auch Auswirkungen auf die Natur. Im Erdgeschoss des Mühlturmes finden Sie im Grenzlandmuseum einleitende Informationen zum ökologischen Fußabdruck, den die Grenze in der Pflanzen- und Tierwelt dieses Gebietes hinterließ und welche Folgen dies bis heute hat. Ein Reliefmodell der Umgebung zeigt den Verlauf des „Grünen Bandes“ und weißt besondere Biotope aus, die Sie bei einer anschließenden Wanderung aufsuchen können. Erleben Sie so die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart in der Natur.

  • Allgemeinbildung

    • November 1946: Aufbau der Deutschen Grenzpolizei in der Sowjetischen Besatzungszone
    • 1951: Gründung des Bundesgrenzschutzes (BGS) in der BRD
    • Februar 1952: Beginn des regelmäßigen Streifendienstes an der innerdeutschen Grenze durch den BGS
    • April 1952: In Folge des Beschlusses zum Ausbau der innerdeutschen Grenze in Moskau werden Schutz- und Kontrollstreifen angelegt, Warnschilder aufgestellt, Sperrzonen eingerichtet, Wachtürme, Stacheldrahtzäune und Beobachtungsbunker eingerichtet.
    • 1971 bis 1973: Mit Unterzeichnung und Ratifizierung des Viermächte- und Transitabkommens sowie des Grundlagenvertrags erhöht sich die Zahl der Straßenübergangsstellen deutlich.
    • 21. Juni 1973: Eröffnung der Grenzübergangsstelle (GÜST) Duderstadt/Worbis
    • Sechs Millionen Reisende werden bis zur Schließung der Grenzübergangskontrollen diese Grenzübergangsstelle passiert haben.

 

Hans-Dietrich Genscher
Grenzlandmuseum Eichsfeld

„Keine Macht der Welt kann Menschenwürde und Freiheit auf Dauer stoppen.“

Kontakt

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