Metropolregion Mitteldeutschland-Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg

Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg

Melanchthonhaus Wittenberg © Hagen Immel

  • Hintergrund

    Laut Legende begann alles mit einer Erleuchtung: Um 1515 soll der Mönch Martin Luther (1483 -1546) im Südturm des Wittenberger Augustinerklosters sein „Turmerlebnis“, eine Eingebung von der Gerechtigkeit Gottes, gehabt haben. Der Rest ist Geschichte. Eine Bibelübersetzung, Ketzerverfolgung, Reformation und Kirchenspaltung später, rangiert Luther heute in Rankings unter den größten Deutschen – zwischen Marx und Adenauer. Und nur wenige Deutsche können von sich behaupten, auch als Playmobilfigur erhältlich zu sein. Die Figur mit Bibel und Schreibfeder war innerhalb weniger Stunden vergriffen. Dabei spielt Playmobil schon auf die ikonischen Attribute Luthers an. Diese haben sich im Lauf der Rezeptionsgeschichte eingeschrieben, denn Luther ist ein Mann der Superlative: Er ist einer der meist dargestellten Deutschen, von den Abdrucken seiner Bibelübersetzung ganz zu schweigen.

  • Vordergrund

    Auch das Geburtshaus des Reformators in Eisleben und das Lutherhaus in Wittenberg werben mit Superlativen: Das Geburtshaus wurde schon früh zur Erinnerungsstätte der Reformation. Seit der Sanierung 2007 gehört es zu den meist ausgezeichneten Gebäuden in Sachsen-Anhalt. Das einstige Wohnhaus Luthers ist hingegen das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Hier können Sie unter anderem Luthers Mönchskutte, seine Bibel und jene Handschriften besichtigen, von denen eine umfassende, gesellschaftliche und kirchenpolitische Erneuerungsbewegung der Frühen Neuzeit ausging. Ebenso wesentlicher Teil der Gedächtnisgeschichte: Die 95 Thesen. Darin griff Luther den Ablasshandel und das päpstliche Finanzsystem scharf an, er hinterfragte das Fegefeuer und kritisierte den Bau des Petersdoms aus Ablassmitteln. Luthers Übersetzung des Neuen Testaments in ein allgemeinverständliches Deutsch prägt das Standarddeutsch bis heute.

  • Auf dem Weg

    In Eisleben und Wittenberg liegen die Gedenkstätten tatsächlich „auf dem Weg“. In Eisleben gleichzeitig Geburts- und Sterbestadt des Reformators, können Sie vor allem den familiären Spuren Luthers folgen: Das Geburtshaus und das Sterbehaus befinden sich hier. Beide Gebäude sind heute als Museen erlebbar, ebenso das Elternhaus Luthers im Mansfelder Land.

    In der Stadtkirche St. Marien zu Wittenberg predigte Luther einst als Reformator von der Kanzel, ans Portal der Schlosskirche soll er seine 95 Thesen geschlagen haben. Symbolisch wird es im Luthergarten in Wittenberg: Dort können Sie an 500 Bäumen, die für 500 Jahre Reformation stehen, vorbeiwandeln – und sich dabei das ein oder andere von Luther geprägte Wort vergegenwärtigen: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ oder „Sein Licht unter den Scheffel stellen“.

  • Allgemeinbildung

    • Um 1515: Laut Legende überzeugt das „Turmerlebnis“ im heutigen Lutherhaus Luther von der Gerechtigkeit Gottes
    • 31. Oktober 1517: Angeblicher Thesenanschlag der 95 Thesen gegen den Ablasshandel am Portal der Schlosskirche in Wittenberg
    • 1518: Prozess gegen Luther und Flucht aus Augsburg. Er lebt anonym als „Junker Jörg“ auf der Wartburg
    • 1534: Luther stellt seine Bibelübersetzung fertig.
    • 1546: Luther stirbt in Eisleben.
    • 1996: Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg werden Kulturerbe.
    • 2015: Luthers frühe Reformationsschriften werden Weltdokumentenerbe.
    • 2017: 500 Jahre Reformation.

 

Martin Luther (1483 - 1546)

"Ich weiß auch wohl, daß meine Schriften fast allesampt der Art gewest sind, daß sie zuerst angesehen gewest, als seien sie aus dem Teufel." (Briefwechsel Bd. 3)

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