Metropolregion Mitteldeutschland-Lutherstadt Wittenberg

Lutherstadt Wittenberg

Lutherstadt Wittenberg - Rathaus Lutherstadt Wittenberg | Foto: Katharina Wilsdorf

  • Hintergrund

    Die Stadt Wittenberg, welche ja sogar den Beinamen Lutherstadt trägt, ist die bekannteste und zentralste Stätte der Reformation und die Hauptwirkungsstätte Martin Luthers und seiner Mitstreiter. Martin Luther besuchte die Stadt erstmals 1508, wo er als Mönch im Kloster am Stadtrand lebte. 1512, nachdem er zum Doktor der Theologie promoviert worden war, erhielt er schließlich eine Bibelprofessur an der Wittenberger Universität. 1514 wurde er darüber hinaus Prediger an der Wittenberger Stadtkirche. Für die Nachwelt am Bedeutendsten war Martin Luthers Handeln im Jahr 1517, als er seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche anschlug. Dies sorgte für enorme Aufruhr und schließlich für die Exkommunizierung Luthers und die Reichsacht (Wormser Edikt) auf dem Reichstag in Worms. Luther versteckte sich daraufhin für gut zehn Monate auf der Wartburg und kehrte anschließend nach Wittenberg zurück. Hier gründete er eine Familie, lehrte an der Universität und trieb mit seinen Weggefährten Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen die Reformation weiter voran. 

  • Vordergrund

    Den Spaziergang durch die Stadt Wittenberg beginnen Sie am besten am Lutherhaus oder an der Schlosskirche, denn fast alle Stätten und Einrichtungen reihen sich wie auf einer Perlenschnur aneinander auf.

    Wenn Sie das Lutherhaus in Wittenberg betreten, befinden Sie sich im größten reformationsgeschichtlichen Museum der Welt. Beim Durchlaufen des großen Hauses lernen Sie in der Dauerausstellung Wissenswertes über das Leben und Wirken Martin Luthers und sehen dabei ausschließlich Originalexponate. Für viele Besucher bildet die Lutherstube den Höhepunkt. Sie ist weitgehend im originalen Zustand erhalten und Schauplatz der berühmten Tischreden.

    Wenige Häuser weiter erreichen Sie das Melanchthonhaus. Als Renaissancebau mit markantem Giebel sticht es schon äußerlich hervor. An den Familienwohnsitz der Familie schließt sich rechts ein Neubau an, der heute das Museum ergänzt. Das Wohnhaus lässt Sie das Alltagsleben der Familie Melanchthon nachempfinden, während Sie sich im Neubau mit dem Wirken des Reformators auseinandersetzen können.

    Wenn Sie der Collegienstraße weiter folgen, gelangen Sie kurz vor dem Marktplatz rechter Hand zur Evangelische Stadtkirche St. Marien, der Predigtkirche von Martin Luther. Besonderes Augenmerk sollten Sie auf den weltberühmten Reformationsaltar von Lukas Cranach d. Ä. aus dem Jahr 1547 legen.

    Direkt an der Stadtkirche findet sich auch das älteste evangelische Pfarrhaus der Welt, das Bugenhagenhaus, welches heute als geistliches Gemeinde- und Begegnungszentrum genutzt wird.

    Am Marktplatz, gegenüber des Rathauses, finden Sie anschließend die Cranach-Höfe, wo Lukas Cranach d. Ä. seinerzeit lebte und arbeitete. Das denkmalgeschützte Ensemble ist heute eine Adresse für Kunsthandwerk und Kultur. Darüber hinaus warten auf Sie die historische Druckerstube sowie eine Ausstellung zum Leben und Wirken von Lukas Cranach d. Ä..

    Der Collegien- und Schlossstraße folgend gelangen Sie schlussendlich zum Schloss und der Schlosskirche von Wittenberg, dem Ursprung der Reformation schlechthin. Da Martin Luther seine 95 Thesen von außen an die Kirchentür genagelt haben soll, müssen Sie das Gebäude nicht mal betreten, um diesem historischen Ereignis nahe zu sein. Im Inneren können Sie zudem die letzten Ruhestätten von Martin Luther und Philipp Melanchthon besuchen. 

  • Auf dem Weg

    Die Beschäftigung mit den Stätten der Reformation, die das Europäische Kulturerbesiegel erhalten haben ist allein tagesfüllend. Dennoch gibt es natürlich weitere interessante Anlaufstellen in der Umgebung. So können Sie als Naturliebhaber einen Abstecher in die Dübener Heide machen, oder den unweit gelegenen Wörlitzer Park aufsuchen. Als UNESCO-Welterbestätte begrüßt Sie auch gern die Stadt Dessau, die vor allem mit dem Bauhaus verbunden wird. Aber auch auf den Spuren der Reformation können Sie weiter wandeln, wenn Sie Torgau besuchen. 

  • Allgemeinbildung

    • 973: erst verlässliche urkundliche Erwähnung der Stadt
    • 1356: Rudolf I. führt Sachsen-Wittenberg vom Herzogtum zum Kurfürstentum, Wittenberg erhält den Status einer kursächsischen Hauptstadt
    • 1422: die bisher herrschenden Askanier verlieren die sächsische Kurwürde an die Wettiner und die Stadt verliert ihren Status als kurfürstliche Residenz
    • 1486: Friedrich der Weise übernimmt die Kurfürstenwürde und damit wird Wittenberg wieder kurfürstliche Residenzstadt
    • 1487: Errichtung der Elbbrücke
    • 1502: Friedrich der Weise gründet als erster Landesherr eine Universität, die Universität Wittenberg und lockt damit kreative Köpfe in die Stadt, die eine der bedeutendsten Universitäten des 16. Jh. wird
    • 1505: Lukas Cranach d. Ä. lässt sich in Wittenberg nieder
    • 1508: Martin Luther zieht nach Wittenberg
    • 31.10.1517: Luthers Thesenanschlag an der Schlosskirche
    • 1525: mit dem Tod Friedrichs des Weisen verliert Wittenberg erneut die sächsische Hauptstadtfunktion (diese hat dann Torgau inne)
    • 1637: im Rahmen des 30jährigen Krieges brennt ein schwedischer Feldherr die hölzerne Elbbrücke von Friedrich dem Weisen nieder
    • 1760: Schloss und Schlosskirche wurden im Rahmen des Siebenjährigen Krieges durch die Reichsarmee so beschossen, dass sie vollständig niederbrannten
    • 1787: die neu erbaute Elbbrücke wird eröffnet
    • 1806: Der sächsische Kurfürst Friedrich August unterwirft sich dem französischen Kaiser, Napoleon, sodass dieser ihn zum König der Sachsen macht. Napoleon besichtigt im Oktober Wittenberg und lässt die Stadt wieder zur Festung ausbauen. Infolge dessen wird Wittenberg Durchgangsquartier für französische Truppen.
    • 1814: Wittenberg wird im Rahmen der Befreiungskriege von den Preußen erobert.
    • 1817: der Preußenkönig Friedrich Willhelm III beschließt die Schließung der Universität und lässt sie mit der Hochschule Halle vereinigen
    • Beginn des 19. Jh.: Die Gedenkkultur der Reformationszeit beginnt Einzug zu halten: 1812 wird das Lutherdenkmal auf dem Marktplatz geweiht, 1858 wird die bronzene Thesentür für die Schlosskirche gestiftet, 1865 wird das Melanchthondenkmal auf dem Marktplatz enthüllt, 1877 bis 1882 wird ein reformationsgeschichtliches Museum im Lutherhaus eingerichtet
    • Mai 1922: Wittenberg erhält den Beinamen „Lutherstadt“ (offizielle Anerkennung erfolgte erst 1938)

 

Martin Luther
Lutherstadt Wittenberg

„Unter dem Papsttum sind wir allen Irrlehren ausgesetzt gewesen. Der Grund ist: Weil wir ohne den Glauben waren. Der Glaube aber ist wie der Mittelpunkt des Kreises.“ 

Kontakt

Lutherhaus in Wittenberg
Collegienstraße 54
06886 Lutherstadt Wittenberg
T. 03 491 / 4 20 31 18
F. 03 491 / 4 20 32 70
info@martinluther.de
www.martinluther.de

Melanchthonhaus
Collegienstraße 60
06886 Lutherstadt Wittenberg
T. 03 49 1 / 4 20 31 10
F. 03 49 1 / 4 20 32 70
melanchthonhaus@martinluther.de
www.martinluther.de

Schlosskirche Wittenberg
06886 Lutherstadt Wittenberg
T 03 49 1 / 40 25 85
schlosskirche@kirche-wittenberg.de
www.schlosskirche-wittenberg.de

Stadtkirche St. Marien
Kirchplatz 20
06886 Lutherstadt Wittenberg
T. 03 49 1 / 40 44 15  
stadtkirche@kirche-wittenberg.de
www.stadtkirchengemeinde-wittenberg.de

Cranachhäuser und Cranachhöfe
Markt 4 / Schlossstraße 1
06886 Lutherstadt Wittenberg
www.cranach-stiftung.de
www.wege-zu-cranach.de

Bugenhagenhaus
Kirchplatz 9
06886 Lutherstadt Wittenberg
www.bugenhagenhaus.de