Metropolregion Mitteldeutschland-Naumburger Dom und Umgebung

Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut

Uta von Naumburg wikipedia commons

  • Hintergrund

    Kreuzworträtsel fragen regelmäßig nach ihrem Vornamen, Umberto Eco verehrte sie in seiner „Geschichte der Schönheit“ und Fritz Lang setzte ihr mit der Rolle der Kriemhild im Filmepos „Die Nibelungen“ ein Denkmal: Die Statue Uta im Dom von Naumburg ist einer der Anziehungspunkte an Saale und Unstrut. Sie verhalf ihrem anonymen Schöpfer, dem Naumburger Meister, zu nachträglichem Ruhm und avancierte zum Sinnbild der edlen, deutschen Frau. Gehauen aus dem charakteristischen Schaumkalk der Umgebung ist die naturalistische Statue gemeinsam mit elfweiteren Stifterfiguren im Westchor des Naumburger Doms Wahrzeichen der frühmittelalterlichen Kulturlandschaft. Doch sie sind nicht die einzigen erhaltenen Zeugen europäischer Kultur des Mittelalters. Zwischen Saale und Unstrut errichteten Landgrafen ihre Herrschaftszentren, studierten Zisterziensermönche in Büchern und sicherten die Bischöfe von Naumburg ihren Machtanspruch. Burgen, Klöster, Kirchen und Ruinen zeugen heute von diesen vielfältigen Lebens- und Repräsentationsformen.

  • Vordergrund

    Mönche prägten diese Lebensformen nachhaltig, ihre Errungenschaften sind heute noch erlebbar: Am Lauf der Saale können Sie die historischen Rebhänge der Benediktinermönche von Goseck besichtigen. Die Chroniken und historischen Handschriften der Zisterziensermönche sind in der Bibliothek der Landesschule Pforte bewahrt. Ein literaturgeschichtlicher Schatz entstand auf der Neuenburg bei Freyburg: Hier wurde im 12. Jahrhundert der erste Versepos in mittelhochdeutscher Sprache, der Eneasroman, verfasst. Neben diesen kulturellen Leistungen beeindruckt der Naumburger Dom mit seinen architektonischen und künstlerischen Werten.

    Ein Rundgang im Dom wird zur kunsthistorischen Zeitreise: Dort, wo eigentlich Heiligenfiguren ihren Platz fanden, stehen im Naumburger Dom die zwölf Stifter. Die Sandsteinfiguren und der Westchor sind gemeinsam mit dem West-Lettner zum Besuchermagneten des Doms avanciert, zusammen bilden sie ein Ensemble der Frühgotik. Außenbau und Ostchor sind hingegen der Spätromanik und der Hochgotik zuzuordnen. Der Gang durch die Kunstgeschichte endet im Dom aber nicht im Spätmittelalter: Neo Rauch hat drei rubinrote Glasfenster für die Elisabethkapelle entworfen und gestiftet.

  • Auf dem Weg

    Wer sich Naumburg nicht über die mittelalterlichen Handelsstraßen via regia und Regensburger Straße erwandern möchte, kann auch über Wasser kommen: Saale und Unstrut eignen sich für ausgiebige Paddeltouren. Je nach Tour können Sie vom Fluss aus die Weinlandschaft im Blütengrund, die von Wasserkraft betriebene Saline in Bad Kösen oder die Rudelsburg besichtigen. Auf der Burg hoch über der Saale trafen sich im 19. Jahrhundert Studentenverbindungen, darunter staatstragende Corps der Kaiserzeit. Der Saale-Unstrut-Wein genießt sich in den Sommermonaten am Max-Klinger-Weinberg hervorragend – hier, beim ehemaligen Alterswohnsitz des Bildhauers Max Klinger, ist der Ausblick auf die Weinberge sogar ausgezeichnet worden. Und Klinger selbst befand über das Gebiet:„Wie in der Toskana, bloß näher“ - guter Ort also für ein Erinnerungsfoto.

  • Allgemeinbildung

    • 1028: Der Bischofsitz wird nach Naumburg verlegt.
    • 1172: Erste urkundliche Erwähnung der Rudelsburg.
    • 1213: Baubeginn des Naumburger Doms.
    • Erstes Drittel 13. Jahrhundert: Der Minnesänger Wolfram von Eschenbach verfasst seine berühmtestes Epos „Parzival“
    • um 1250: Der unbekannte „Naumburger Meister“ arbeitet an den Stifterfiguren.
    • 1564: Das Bistum wird aufgelöst und an Kursachsen übergeben.
    • 1890–1897: Friedrich Nietzsche wird von seiner Mutter in Naumburg gepflegt. Seine Schwester etabliert ein Archiv und einen Philosophenkreis.
    • 1903: Max Klinger kauft im Blütengrund in Großjena einen Weinberg. Nach seinem Tod 1920 wird er hier begraben.
    • 1960–1968: Restauration des Doms.
    • 2007: Neo Rauch stiftet einen Bilderzyklus für die Elisabethkapelle des Doms.
    • 2015: Mit dem Alleinstellungsmerkmal "Der Naumburger Dom und die hochmitteralterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut" wird ein erster Anlauf zur Anerkennung eines Weltkulturerbetitels durch die UNESCO unternommen, führt jedoch zur Zurückverweisung des Antrages mit der Aufforderung zur Überarbeitung und Wiedervorlage.
    • Mitte 2017: Das UNESCO-Komitee wird über die Vergabe des Titels erneut entscheiden.

 

Umberto Eco, italienischer Semiotiker und Schriftsteller

"Wenn Sie mich fragten, mit welcher Frau in der Geschichte der Kunst ich gerne essen gehen und einen Abend verbringen würde, wäre da zuerst Uta von Naumburg."

Öffnungszeiten

März bis Oktober: montags bis samstags jeweils 9 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr
November bis Februar: monatgs bis samstags jeweils 10 bis 16 Uhr, sonntags 12 bis 16 Uhr

Zeiten von öffentlichen Führungen finden Sie hier.
 

Kontakt

Naumburger Dom, Domschatzgewölbe und 
KinderDomBauhütte
Domplatz 16/17
06618 Naumburg
T.: 034 45 / 2 30 11 20 oder 2 30 11 33
F.: 034 45 / 2 30 11 34
fuehrung@naumburger-dom.de
www.naumburger-dom.de