Innovationsregion Mitteldeutschland startet sechs regionalwirtschaftliche Studien zum Strukturwandel

03. Dezember 2020
Die Innovationsregion Mitteldeutschland hat sechs Studien zu den Themen Mobilität, Digitalisierung, Fachkräfte, Industriekultur und Tourismus gestartet. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in die bis Ende 2021 vorliegende Strategie zur Gestaltung des Strukturwandels im Mitteldeutschen Revier einfließen.

„Die zentrale Herausforderung des Strukturwandels im Mitteldeutschen Revier ist es, neue Perspektiven für Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze für die Zeit nach dem Kohleausstieg zu entwickeln. Mit unseren regionalwirtschaftlichen Studien legen wir die empirischen und konzeptionellen Grundlagen für eine zukunftsorientierte, abgestimmte Strategie zur zukünftigen Regionalentwicklung“, erklärt Werner Bohnenschäfer, Projektleiter der Innovationsregion Mitteldeutschland.

Die sechs jetzt gestarteten Studien der Innovationsregion Mitteldeutschland befassen sich im Einzelnen mit folgenden Themen:

  • Integrierte Mobilitätsstudie (Laufzeit 12 Monate)
    Auf Grundlage von Ist-Analysen der Verkehrsträger PKW, ÖPNV, SPNV, Radverkehr und Flugverkehr werden drei Szenarien für ein neues Mobilitätsleitbild der Region untersucht. Weitere Schwerpunkte bilden die Mobilität in ländlichen Räumen sowie die Perspektiven neuer technischer Entwicklungen. 
     
  • Potenzialstudie Digitalisierung (Laufzeit 8 Monate)
    Im Mittelpunkt der Analyse stehen potenzielle Kompetenzfelder und Wachstumskerne der regionalen IT-Wirtschaft sowie Treiber für Innovation und Wachstum in den Unternehmen. Außerdem wird untersucht, wie eine leistungsfähige und bedarfsgerechte IT-Infrastruktur gestaltet sein muss.
     
  • Fachkräfteentwicklung 2025+ (Laufzeit 9 Monate)
    Die Studie wird strategische Ansätze und Instrumente für die optimale Fachkräfteentwicklung entwickeln. Zentrales Ziel ist die langfristige Absicherung des Fachkräftebedarfs der regionalen Unternehmen.
     
  • Industriekultur in Mitteldeutschland (Laufzeit 9 Monate)
    Aufbauend auf den 2019 durch die Metropolregion Mitteldeutschland veröffentlichten Handlungsempfehlungen „Industriekultur in Mitteldeutschland“ untersucht die Studie die Potentiale von Industriekultur und Industrietourismus für die regionale Identität und Wertschöpfung.
     
  • Tourismusstrategie Mitteldeutschland (Laufzeit 9 Monate)
    Grundlage der Untersuchung bildet die länderübergreifende Analyse des aktuellen Status Quo der regionalen Tourismuslandschaft. Daraus werden Potenziale, Bedarfe und Handlungsempfehlungen für die strategische Entwicklung mit dem Schwerpunkt touristische Infrastruktur abgeleitet.
     
  • Touristische Mobilität (Laufzeit 9 Monate)
    Die Analyse untersucht Infrastrukturvoraussetzungen und neue Konzepte für eine klimafreundliche und serviceorientierte Gestaltung der Reisewege im regionalen Tourismus als Vorrausetzung für die Schaffung neuer Angebote im Bereich des nachhaltigen Urlaubs.

 

Insgesamt 25 Studien für Strukturwandel-Stragie im Mitteldeutschen Revier

Bis Ende 2021 will die Innovationsregion Mitteldeutschland neue Perspektiven für die Regionalentwicklung und Wertschöpfung im Zuge des Kohleausstiegs identifizieren. Dazu werden insgesamt 25 Bedarfsuntersuchungen, Machbarkeitsanalysen und regionalwirtschaftlichen Studien in den Handlungsfeldern Wertschöpfung und Innovation, Ressourcen, Energie, Mobilität und Logistik sowie Tourismus und Kultur initiiert. Bereits im September 2020 veröffentlichte die Innovationsregion Mitteldeutschland eine Technologiefeldanalyse für die Region. Aktuell laufen weitere regionalwirtschaftliche Untersuchungen u.a. zu den Themen Energie, Fachkräfte, Grüne Gase, Gewerbeflächen.

Über die Innovationsregion Mitteldeutschland

Die Innovationsregion Mitteldeutschland ist ein interkommunaler Zusammenschluss der Landkreise Altenburger Land, Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Leipzig, Mansfeld-Südharz, Nordsachsen und Saalekreis sowie der Städte Halle (Saale) und Leipzig. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung von Strategien und Projekten für Innovation und Wertschöpfung, um den Strukturwandel des Mitteldeutschen Reviers aktiv zu gestalten. Die Innovationsregion Mitteldeutschland wird im Rahmen des Modellvorhabens „Unternehmen Revier“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) durch den Bund, den Freistaat Sachsen, das Land Sachsen-Anhalt und den Freistaat Thüringen gefördert. Die Metropolregion Mitteldeutschland als Regionalpartner und der Burgenlandkreis als Abwicklungspartner verantworten das inhaltliche Projektmanagement und die Öffentlichkeitsarbeit für das Vorhaben.

Mehr News

CCUS-Initiative Ostdeutschland: Geschäftsstelle besetzt und neue Webseite online

Die CCUS-Initiative Ostdeutschland baut ihre Strukturen weiter aus. Seit dem 1. Juli hat Johannes Wege die Projektleitung übernommen. Er verantwortet künftig gemeinsam mit Projektmanager Rick Wiedersberg den organisatorischen Aufbau sowie die strategische und inhaltliche Weiterentwicklung. Im Zuge des Aufbaus der Geschäftsstelle wurde auch die Webseite umfassend überarbeitet. Sie dient nun als zentrale Informations- und Vernetzungsplattform rund um Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS).

Strohelemente: Nachhaltiges Bauen mit regionalem Rohstoff

Stroh als Baustoff? Was zunächst ungewöhnlich klingt, könnte künftig einen wichtigen Beitrag zum klimafreundlichen Bauen leisten. Das durch UNTERNEHMEN REVIER geförderte Projekt „Strohelemente“ zeigt, wie nachhaltiges Bauen künftig aussehen kann: Statt energieintensiver Baustoffe kommen vorgefertigte Wandelemente aus Stroh zum Einsatz. Der nachwachsende Rohstoff ist regional verfügbar, recycelbar und speichert CO₂.