Die SWT26 – 4. Bundesdeutsche Strukturwandeltagung rückt die Chancen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren regionaler Transformation in den Mittelpunkt. In Zeiten tiefgreifender Veränderungen stehen viele Regionen vor der Aufgabe, wirtschaftlichen Wandel, gesellschaftlichen Zusammenhalt und nachhaltige Entwicklung miteinander zu verbinden. Die SWT26 bietet dafür eine Plattform für Dialog, Vernetzung und Wissenstransfer über Reviergrenzen hinweg. Im Mitteldeutschen Revier werden innovative Ansätze und konkrete Erfahrungen aus den Strukturwandelregionen Deutschlands diskutiert, hinterfragt und transdisziplinär weitergedacht – im Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik.
Grafik: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Die Metropolregion Mitteldeutschland bringt Erfahrungen aus dem Ideenwettbewerb REVIERPIONIER und der CCUS-Initiative Ostdeutschland ein. Ihre beiden Foren greifen die Frage auf, wie Menschen den Wandel vor Ort mitgestalten und neue Technologien wirtschaftliche Perspektiven eröffnen können. Ergänzend bietet das Netzwerktreffen REVIERPIONIER einen Ausblick auf die Wettbewerbsrunde 2027.
Engagement macht Zukunft: Erfahrungen aus dem REVIERPIONIER
Wie ehrenamtliches Engagement den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und Menschen darin bestärkt, selbst etwas zu bewegen, steht im Mittelpunkt von Forum 3 „Engagement macht Zukunft – Wie Ehrenamt gesellschaftlichen Zusammenhalt und Selbstwirksamkeit stärkt“. Das Forum findet am Montag, 16. November 2026, ab 15:10 Uhr statt. Verantwortlich ist Annett Kautz vom Projektteam REVIERPIONIER der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland.
„Strukturwandel wird für die Menschen greifbar, wenn sie ihre eigenen Ideen einbringen und vor Ort etwas bewegen können. Wettbewerbe wie der REVIERPIONIER schaffen dafür einen niedrigschwelligen Zugang und machen Engagement sichtbar. Im Forum wollen wir gemeinsam beleuchten, was ehrenamtliche Initiativen leisten können, wo sie an Grenzen stoßen und welche Unterstützung sie brauchen“, erklärt Annett Kautz.
Anhand des Ideenwettbewerbs REVIERPIONIER im Mitteldeutschen Revier, des Wettbewerbs „Mit Tatkraft“ und des Bürgerrats im Rheinischen Revier diskutieren die Teilnehmenden, wie Beteiligungsangebote Engagement fördern und Vertrauen in Veränderungsprozesse stärken können. Dabei geht es auch um die Voraussetzungen für eine wirksame Mitgestaltung und die strukturellen Grenzen ehrenamtlicher Arbeit.
Impulse geben Dr. Jan Winkler, Forschungsgruppenleiter am Just Transition Center der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Alexandra Stock, Projektleiterin des Ideenwettbewerbs „Mit Tatkraft“ beim Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW, sowie Susanne Hartig von der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Freiwilligenarbeit am Beispiel des REVIERPIONIER ergänzen die Erfahrungen aus der Praxis.
Netzwerktreffen REVIERPIONIER: Auftakt für die Wettbewerbsrunde 2027
Im Anschluss an Forum 3 findet am Montag, 16. November 2026, von 16:30 bis 17:30 Uhr das Netzwerktreffen REVIERPIONIER statt. Es bildet den Auftakt für den Ideenwettbewerb 2027. Bei dem Treffen werden die Wettbewerbsbedingungen für das kommende Jahr vorgestellt. Preisträgerinnen und Preisträger vergangener Wettbewerbsrunden präsentieren erfolgreiche Projekte und geben Einblicke in deren Umsetzung. Darüber hinaus bleibt Zeit, Erfahrungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Netzwerke zu vertiefen. Für die Teilnahme ist eine separate Anmeldung erforderlich.
Kohlenstoff als Zukunftsressource: Potenziale für Ostdeutschland
Die industrielle Transformation steht im Mittelpunkt von Forum 9 „Kohlenstoff als Zukunftsressource – Potenziale von CCUS für den Strukturwandel“. Es findet am Dienstag, 17. November 2026, von 13:15 bis 14:45 Uhr statt und wird von Johannes Wege, Projektleiter der CCUS-Initiative Ostdeutschland bei der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, verantwortet.
Im Fokus stehen Technologien zur Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO₂, zusammengefasst unter dem Begriff Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS). Die Teilnehmenden diskutieren, welche CO₂-Quellen, Nutzungspfade und Speicheroptionen erschlossen werden können und welche Infrastruktur dafür benötigt wird.
„CO₂ als Ressource zu betrachten, eröffnet neue Perspektiven für die industrielle Wertschöpfung in Ostdeutschland. Um diese Potenziale zu erschließen, müssen wir CO₂-Quellen, Nutzungsmöglichkeiten und Speicheroptionen gemeinsam mit der notwendigen Infrastruktur betrachten. Im Forum diskutieren wir, wie CCUS dazu beitragen kann, Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit miteinander zu verbinden“, erläutert Johannes Wege.
Welche Chancen daraus für neue Wertschöpfungsketten in Ostdeutschland entstehen und welche Voraussetzungen für deren Aufbau erforderlich sind, wird in einer Fishbowl-Diskussion vertieft. Die Moderation übernimmt Manja Polednia, Gesamtprojektleiterin des House of Transfer.
Mit den beiden Foren bringt die Metropolregion Mitteldeutschland Erfahrungen aus der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gestaltung des Strukturwandels in den bundesweiten Austausch ein. Die Tagung bietet Gelegenheit, regionale Ansätze gemeinsam weiterzuentwickeln und neue Kontakte über die Reviergrenzen hinweg zu knüpfen.
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