„Der GlasCampus Torgau ist eine Fachkräfteinitiative für die Glas-, Keramik- und Baustoffindustrie und gleichzeitig eine Weiterbildungseinrichtung für Fachkräfte aus genau diesen Bereichen“, erklärt Eike Petzold, Betriebsleiterin des GlasCampus Torgau.
Foto: Betriebsleiterin Eike Petzold | © Landratsamt Nordsachsen
Gemeinsam mit Unternehmen entwickelt der GlasCampus praxisnahe Weiterbildungsangebote und schafft ein Vernetzungsangebot zwischen Wissenschaft, Berufsausbildung, Industrie und Handwerk. Dadurch entstehen Qualifizierungsangebote, die sich direkt an den Bedarfen der Unternehmen orientieren.
Weiterbildungsangebote aus der Praxis für die Praxis
Die Grundlage für die Arbeit des GlasCampus bildet ein Beirat aus Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern regionaler Glas- und Keramikunternehmen. Zweimal im Jahr kommen sie zusammen, um aktuelle Entwicklungen der Branche zu diskutieren und konkrete Qualifizierungsbedarfe zu benennen.
Gemeinsam mit dem Beruflichen Schulzentrum Nordsachsen, das Glastechnologinnen und Glastechnologen ausbildet, sowie der TU Bergakademie Freiberg entwickelt der GlasCampus daraus passgenaue Weiterbildungsangebote. Die Unternehmen bringen dabei ihre Erfahrungen und Themenvorschläge ein und wirken an der Entwicklung der Angebote mit. So orientieren sich die Qualifizierungen an den aktuellen Anforderungen der Betriebe. Die Inhalte werden wissenschaftlich begleitet und kontinuierlich weiterentwickelt, sodass die Qualifizierungsangebote den Anforderungen der jeweiligen Zielgruppen entsprechen. Gleichzeitig gewinnen Forschung und Ausbildung Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Branche und können ihre Angebote daran ausrichten.
„Früher hat jeder eher auf seinen eigenen Bereich geschaut. Heute schauen wir gemeinsam über den Tellerrand“, sagt Eike Petzold, Betriebsleiterin des GlasCampus Torgau.
Das Angebot reicht von fachspezifischen Lehrgängen über Qualitätsmanagement und Führungskräfteentwicklung bis hin zu Seminaren rund um Digitalisierung und Changemanagement. Ergänzt wird es durch das Angebot durch Inhouse-Schulungen, bei denen Dozentinnen und Dozenten direkt in Unternehmen gehen und dort auf individuelle Fragestellungen eingehen.
UNTERNEHMEN REVIER als Wegbereiter
Die Förderung durch UNTERNEHMEN REVIER legte ganz zu Anfang einen Teil des Grundsteins für den GlasCampus. Mit einer Fördersumme von 44.982 Euro konnten die Fachkräfteinitiative aufgebaut, erste Weiterbildungsangebote entwickelt und ein Netzwerk aus Unternehmen, Wissenschaft und Berufsausbildung etabliert werden.
Die positive Entwicklung des Projekts führte bereits zu weiteren Meilensteinen. So erhielt der GlasCampus 2025 die Zertifizierung als Bildungsträger für Arbeitsförderungsmaßnahmen. Im Frühjahr 2026 folgte der feierliche Spatenstich für das Glaskompetenzzentrum Torgau. Dort sollen Auszubildende und Fachkräfte künftig den gesamten Weg des Werkstoffs Glas kennenlernen – von den Rohstoffen über die Herstellung bis hin zur Weiterverarbeitung, etwa zu Fenstern oder Türen. Industrie und Handwerk werden so an einem gemeinsamen Lernort miteinander verbunden.
Impulse für den Strukturwandel
Mit seinen Angeboten für Berufsquereinsteiger, Facharbeiter, Techniker, Meister, Ingenieure und Führungskräfte sowie mit der intensiven Nachwuchsarbeit an den Schulen der Region trägt der GlasCampus dazu bei, Fachkräfte langfristig zu qualifizieren und Unternehmen bei den Veränderungen der Branche zu begleiten.
Der GlasCampus wird inzwischen über Sachsen hinaus wahrgenommen. So besuchen Auszubildende eines Glasunternehmens aus der Nähe von Magdeburg das Berufliche Schulzentrum in Torgau, statt wie bisher eine Berufsschule in Karlsruhe. Für den Standort bedeutet das zusätzliche Auszubildende und eine stärkere Rolle in der Fachkräfteentwicklung der Branche.
Auch andere Regionen interessieren sich für das Konzept. Gemeinsam mit Partnern in der Lausitz wird bereits daran gearbeitet, die Erfahrungen des GlasCampus‘ für die Unternehmen der Glasindustrie in der Lausitzer Region zu übertragen.
Über UNTERNEHMEN REVIER
Mit dem Bundesmodellvorhaben leistet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gemeinsam mit regionalen Partnern einen aktiven Beitrag zum Strukturwandel in den deutschen Braunkohleregionen. Im Mitteldeutschen Revier übernehmen der Burgenlandkreis und die Aufbauwerk Region Leipzig GmbH als Abwicklungspartner in enger Zusammenarbeit mit der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH als Regionalpartner eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Förderprogramms.
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