Vom Braunkohlegebiet zum Hightech-Standort

16. Juli 2021
Welche Potenziale bietet die Digitalisierung als Wachstumsbranche und Innovationstreiber für andere Wirtschaftszweige für den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier? Dieser Frage widmete sich am Mittwoch dieser Woche die 11. Digitalisierungskonferenz, in deren Rahmen auch die Zwischenergebnisse der GRW-Digitalisierungsstudie vorgestellt wurden.

„Das Mitteldeutschen Revier zeichnet sich durch eine sehr aktive Startup-Kultur aus. Gemeinsam mit den etablierten Unternehmen liefern sie mit ihren Ideen einen wertvollen Beitrag für den Standort. Sie sorgen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze. In die innovativen Konzepte, z.B. zu Virtual Reality, New Work und digitalisierte Gesundheitsversorgung, haben wir heute auf der Digitalisierungskonferenz einen vielversprechenden Eindruck erhalten“, sagt Sirko Scheffler, Vorstand Cluster IT Mitteldeutschland e.V., Landesvorstandsmitglied, Vorsitzender der LFK Internet und Digitale Wirtschaft, Wirtschaftsrat der CDU e.V., Landesverband Sachsen-Anhalt, Geschäftsführer brain-SCC GmbH. Die Veranstaltung zeichnete sich auch dadurch aus, dass sie viele unterschiedliche Akteure zusammengeführt hat Akteure.  „Will man erfolgreich Veränderungen in der Region erzielen, kommt es darauf an, regional zu handeln. Der Austausch untereinander liefert dafür eine wichtige Grundlage“, so Sirko Scheffler, „Außerdem braucht es die nötigen Freiräume, damit sich die Unternehmen in der Region entfalten können. Unser Appell aus der Wirtschaft lautet, diese Räume zu schaffen, genauso wie die dafür notwendige Infrastruktur und finanzielle Förderungen. Damit der Strukturwandel mithilfe von Digitalisierung gelingt, sollte die Wirtschaft als aktiver Partner in den Prozess einbezogen werden.“

An der vom Cluster IT Mitteldeutschland e.V., dem Wirtschaftsrat der CDU e.V. Sachsen-Anhalt und dem Digitalisierungszentrum der Stadt Zeitz ausgerichteten Online-Veranstaltung nahmen rund 130 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik teil, darunter u.a. Dr. Tamara Zieschang, Staatssekretärin des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und Dr. Franziska Krüger, Leiterin der Stabsstelle „Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier“ des Landes Sachsen-Anhalt. Zu den diskutierten Themen gehörten unter anderem die Rolle von Unternehmen im Strukturwandel, neue Formen von Arbeit, die Zukunft der Stadtentwicklung und die Digitalisierung und Vernetzung als Chance für den Strukturwandel.

Im Rahmen der Online-Konferenz wurden erstmals auch die Zwischenergebnisse der Potenzialstudie Digitalisierung vorgestellt, die aktuell im Rahmen des Strukturwandelprojektes „Innovationsregion Mitteldeutschland“ erarbeitet wird. Die Untersuchung identifiziert Zukunftsfelder in der Informationstechnologie – von Autonomen Fahren, Big Data, Cloud, Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz bis zu Robots und XR-Technologie – die als besonders vielversprechend für die Schaffung eines Hightech-Standorts im Mitteldeutschen Revier gelten. Demnach sind bereits 27 Prozent der ortsansässigen IT-Unternehmen digitale Vorreiter, das heißt, in mindestens einem dieser Zukunftsfelder aktiv. 

Dass gerade aus der hiesigen Unternehmerlandschaft entscheidende Impulse für den Strukturwandel kommen, betont auch Marco Langhof, Arbeitgeberpräsident Sachsen-Anhalt, Vorsitzender des Digitalisierungsbeirates Sachsen-Anhalt und Vorstand Cluster IT Mitteldeutschland e.V.: „Strukturwandel braucht echte Wertschöpfung. Die kommt nicht aus Staatsbetrieben, nicht aus Umweltinformationszentren, nicht aus modernisierten Kommunen, sondern zuvorderst aus Unternehmen. Unternehmen mit nachgefragten Produkten und Dienstleistungen, die im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen können. Wirtschaft und Unternehmen müssen im Fokus stehen, sonst verpufft der gesamte Geldsegen des Strukturwandels wie ein Strohfeuer.“

Die Digitalisierungskonferenzen des Clusters IT Mitteldeutschland und des Wirtschaftsrates der CDU e.V. Sachsen-Anhalt haben sich in den vergangenen Jahren als Jahren als hochwertiges Eventformat zur Diskussion von Themen rund um die Digitalisierung etabliert. Sie bringen hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik der Region zusammen, fördern den Erfahrungsaustausch und sollen konkrete Projekte zur Fortschreibung bzw. zur praktischen Umsetzung der digitalen Agenda anstoßen.

Weitere Informationen:

Präsentationen der Referenten  

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