Altenburger Land wird Modellregion für ländlichen Raum der Zukunft

19. Februar 2021
Mit dem Projekt "Progressiver ländlicher Raum – Altenburger Land“ will der Landkreis neue Strategien und Kooperationsformen bei der Bewältigung von Kohleausstieg und demografischem Wandel erproben. Das von der Metropolregion unterstützte Vorhaben wird im Sommer 2021 starten und vom Bundesinnenministerium über drei Jahre mit 700.000 Euro gefördert.

„Das Altenburger Land steht angesichts des Kohleausstiegs, des Strukturwandels in der Automobilbranche und des demografischen Wandels vor vielfältigen Herausforderungen. Mit dem Projekt „Progressiver ländlicher Raum – Altenburger Land“ bietet sich jetzt die Chance, diese Themen, Projektansätze und Akteure strategisch zusammenführen, die Entwicklungspotenziale des Landkreises gezielt zu stärken und das Altenburger Land als bundesweite Modellregion für die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums zu etablieren“, erklärt Michael Apel, Fachdienstleiter Wirtschaft, Tourismus und Kultur des Landkreises Altenburger Land.

Bereits Ende Dezember 2020 hatte das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) unter den insgesamt 60 eingereichten Projektskizzen für das Modellvorhaben „Aktive Regionalentwicklung“ zwölf für die Förderung ausgewählt, darunter die Bewerbung des Altenburger Landes. Darin wird – neben der Erstellung eines strategischen, regionalen Entwicklungskonzepts – der Zukunftsinkubator Altenburg als zentrales Leuchtturmprojekt beschrieben. Er wird ab 2022 als zentrale Vernetzungs-, und Informationsplattform für die Regionalentwicklung dienen. So sollen Innovationsarbeitskreise an neuen Lösungen und Kooperationsformen für die Themenfelder „verarbeitendes Gewerbe“, „Landwirtschaft“ und „Neues Leben auf dem Land“ arbeiten. Darüber hinaus wird die „Bernhard-August-von-Lindenau“-Gastprofessur eingerichtet, deren Inhaber/in zu Fragen der Regionalentwicklung und Innovationsförderung forschen wird.

Am Mittwoch dieser Woche hatte der Kreistag den Eigenanteil des Landkreises in Höhe von 10 Prozent für das Vorhaben genehmigt. Gestern kam dann das Kernnetzwerk des Vorhabens zu seinem ersten Auftakttreffen zusammen. Im Rahmen des Online-Meetings wurden die weiteren Projektschritte besprochen. So ist der bis Ende Februar der vollständige Förderantrag beim Bundesinnenministerium einzureichen. Das auf drei Jahre angelegte Projekt soll nach dessen Bewilligung dann im Sommer dieses Jahres starten. Für das zweite Halbjahr 2021 sind dann der Aufbau der Organisations- und Netzwerkstrukturen, die Erhebung und Zusammenfassung aktueller Strukturdaten für das Entwicklungsmonitoring sowie der Start des Strategieprozesses inklusive einer Bürgerbeteiligung geplant.

Die Metropolregion Mitteldeutschland, die bereits die Erstellung der erfolgreichen Projektskizze unterstützte, wird das Projekt in der im Oktober 2020 gegründeten AG „Landes- und Regionalentwicklung“ begleiten. Zum Kreis der beteiligten Akteure gehören auch die Regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen, die Stadt Altenburg, die Duale Hochschule Gera-Eisenach (DHGE) und die Wirtschaftsvereinigung Altenburger Land Metropolregion Mitteldeutschland e.V. (WAMM). Darüber hinaus werden weitere Partner wie die Fachministerien des Freistaates Thüringen, die LEG Thüringen sowie lokale Akteure eng in den Prozess eingebunden.

Mit der Förderinitiative „Aktive Regionalentwicklung“ unterstützen das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) strukturschwache ländliche Regionen bei der Bewältigung der Folgen eines Strukturwandels, der demografischen Entwicklung oder den Herausforderungen der Energie- und Klimawende. Unter den bundesweit zwölf ausgewählten Projektskizzen befinden sich fünf weitere Vorhaben aus Mitteldeutschland:

  • „Seenlandschaft Geiseltalien 2025+“
  • „Zukunft Kaliregion 2.0: Eine Zukunft für das Kalirevier Hessen/Thüringen“
  • „Kraft der ländlichen Region – Resilienz durch regionale Ressourcennutzung im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald“
  • „Sagenhaftes Mittelsachsen – Identität gemeinsam lebendig erschließen“
  • „Entwicklung eines Oberzentrums zur Stärkung der Region Südthüringen“

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