Sächsische Existenzgründer im Blick

10. Juli 2020
Bei den Sächsischen Mitmach-Fonds 2020 wurden erstmals jeweils zehn innovative, regional verankerte Geschäftsideen in der Vorgründungsphase aus dem Lausitzer Revier und dem Mitteldeutschen Revier prämiert. Wir stellen in den kommenden Wochen einige dieser Preisträger in der Kategorie „Existenzgründer“ vor.

„Der Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier kann nur unter Einbezug der regionalen Innovatoren gelingen. Von den insgesamt 63 Bewerbungen aus Mitteldeutschland in der Kategorie ‚Existenzgründer‘ hat die Jury zehn Gründerinnen und Gründer ausgewählt, die jeweils 5.000 € Preisgeld für die Umsetzung und Weiterentwicklung ihrer Konzepte erhalten. Die Vielfalt und der Ideenreichtum der einzelnen Geschäftsideen zeigen die Lebendigkeit und das Potenzial der Region“, so Dana Marschner, Projektleiterin der Sächsischen Mitmach-Fonds bei der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH.

Foto: Dana Marschner, Projektleiterin der Sächsischen Mitmach-Fonds bei der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH

Bei den Existenzgründern aus dem Mitteldeutschen Revier reicht die thematische Spannbreite von Konzepten für die Fachkräftegewinnung aus dem ländlichen Raum, über die Schaffung neuer touristischer Angebote, bis zu innovativen Veranstaltungskonzepten und der Vernetzung von Geschäften der Nahversorgung. Die ersten beiden Existenzgründerideen stammen zwar aus Leipzig, profitieren kann aber das gesamte Leipziger Umland.

Wolle von der Scholle: regionales Handstrickgarn aus der Wolle der Parthe Schafe

Mit der Produktion von regionaler und ökologischer Schafwolle im Raum Leipzig, möchten die Gründerinnen Ellen John-Jentzsch und Birgit Heese an die lange Tradition der Textilindustrie in Sachsen anknüpfen und diese wiederbeleben. Die Wolle dafür stammt von Schafen, die derzeit noch in der Parthenaue und später auf den Brachlandschaften des Kohleabbaus in und um Leipzig weiden. Von dem Preisgeld soll die Wolle gekauft, gewaschen und in der Spinnerei Forst GmbH in Forst (Lausitz) kardiert und versponnen werden. Künftig ist angedacht, die Wolle bei dem Wolle-Fest in Leipzig und über lokale Wolle-Läden zu verkaufen. Damit wird eine komplette und neue regionale Wertschöpfungskette von der Herstellung über die Verarbeitung bis hin zum Verkauf etabliert. Das fertige Produkt richtet sich vor allem an Handstricker/innen und Weber/innen. Auf ihrem Instagram-Kanal informieren die beiden Gründerinnen über den Fortschritt der Geschäftsidee.

Foto: Leineschaf Lamm und Preisträgerin Ellen John-Jentzsch beim Bereißen des ersten Vlies 

Foto: (v.l.n.r.) Herbert Kaffenberger, OmniMover und Prof. Dr. Markus Krabbes, HTWK Leipzig

OmniMover – on demand Mobilität für die (vor)letzte Meile

Lösungen zu finden, damit der tägliche Individualverkehr von modernen Mobilitätskonzepten für Alle abgelöst bzw. mit denen kombiniert werden kann, ist eine der großen Herausforderungen der Zeit. Mit dem OmniMover soll ein fahrerloses, geräuscharmes Mobilitätssystem für den Personen- und Warentransport geschaffen werden, welches das bestehende ÖPNV-Netz ergänzt und verdichtet. Klein- und Mittelstädte können dann genauso wie Großbetriebe mit Hilfe einfach zu errichtender, flexibler Fahrwege verknüpft oder direkt an S-Bahnknotenpunkte angebunden werden. Dabei integriert das Projekt schon bestehende Technologien und Kompetenzen des Braunkohleabbaus z.B. aus der Fördertechnik und dem Waggonbau mit modernen Vertriebswegen und neuen Geschäftsfeldern. Unter dem Dach einer Projektentwicklungsgesellschaft und in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Markus Krabbes von der HTWK Leipzig und der JTS-GmbH sollen die technischen wie logistischen Lösungen präzisiert und verfeinert werden. Auch erste Gespräche mit Landkreisen und regionalen Transportunternehmen haben bereits stattgefunden. Außerdem ist die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für das Vorhaben in Vorbereitung.

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