Im Zentrum von PALLAD/IO steht ein innovatives Kryptomodul, das als parallel arbeitendes Hardware-Sicherheitsmodul (HSM) konzipiert ist. Solche Module kommen in IT- und Telekommunikationssystemen zum Einsatz, um sensible Daten zu schützen. Sie verwalten kryptografische Schlüssel und führen sicherheitsrelevante Operationen aus – das heißt zentrale Funktionen, um Informationen vor unbefugtem Zugriff oder Cyberangriffen zu schützen und regulatorische Vorgaben einzuhalten.
In der Praxis sind HSMs bislang jedoch teuer: Häufig bewegen sich die Kosten im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Ihr Einsatz ist daher oft nur großen Unternehmen vorbehalten. Gleichzeitig sind viele bestehende Systeme wenig flexibel: Anpassungen oder Updates können aufwendig sein. Insbesondere vor dem Hintergrund sich stetig wandelnder regulatorischer Anforderungen.
PALLAD/IO begegnet diesen Herausforderungen mit einem technologisch neuen Ansatz: Durch die Kombination von SmartNIC-Technologie – einer intelligenten Netzwerkschnittstellenkarte – mit HSM-Funktionen wird eine leistungsfähige, zugleich aber integrierbare und updatefähige Lösung geschaffen.
Mehr als Technik: Kompetenzaufbau in der Region
Die Wirkung des Projekts geht über die reine Projektentwicklung hinaus. Mit PALLAD/IO wird in Mitteldeutschland gezielt Know-how im Bereich sicherheitskritischer Hardware aufgebaut.
Das stärkt:
- Die technologische Kompetenz in der Region
- Die regionale Wertschöpfung
- Die Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze
Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten gewinnt technologische Souveränität zunehmend an Bedeutung. Wer zentrale Sicherheitsinfrastruktur selbst entwickeln kann, stärkt nicht nur einzelne Unternehmen, sondern den gesamten Standort.
„Mit PALLAD/IO bauen wir Sicherheits-Know-How auf, das in Deutschland insgesamt knapp ist. Das stärkt die Region als Technologiestandort, weil Kompetenzen, die für kritische Infrastrukturen und digitale Souveränität relevant sind, vor Ort verfügbar werden“, erklärt Frank Güttler, Geschäftsführer von bitaggregat, dem Projektträger des Projekts PALLAD/IO.
Das Projekt wird gemeinsam mit den Verbundpartnern procilon GmbH und Institut für Angewandte Informatik e.V. (InfAI) umgesetzt.
Strukturwandel durch digitale Sicherheit
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Strukturwandel gelingen kann: Aus Forschung und Entwicklung entstehen marktfähige Lösungen mit wirtschaftlicher Perspektive.
Gleichzeitig ist PALLAD/IO strategischer Ausgangspunkt für weitere Innovationen. So bildet das Projekt die technologische Grundlage für ein perspektivisches Cloud-HSM, das über die Region hinaus vermarktet werden kann. Sie ermöglichen Unternehmen einen flexiblen Zugang zu hochsicherer Kryptografie – ohne bspw. hohe Anfangsinvestitionen in eigene Hardware. Dem gegenüber steht, dass Unternehmen bei Cloud-Lösungen weniger direkte Kontrolle über die physische Infrastruktur haben. Welche Variante die passende ist, hängt daher stark von den individuellen Anforderungen ab. Dass PALLAD/IO beide Perspektiven technologisch mitdenkt und entsprechende Optionen eröffnet, ist ein wichtiger Baustein für nachhaltigen Strukturwandel.
„Für den Strukturwandel ist das Projekt von besonderer Bedeutung, da es verdeutlicht, dass aus Forschung und Entwicklungen skalierbare Technologien entstehen können, die nicht nur an einen lokalen Nischenmarkt gebunden sind“, ergänzt Frank Güttler von bitaggregat, dem Projektträger des Projekts PALLAD/IO.
Neue Fachkräfte, innovative Technologien und neue Kundinnen und Kunden stärken damit nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region.
Fest steht: Projekte wie das KI-gestützte Bodenradar zeigen, wie Hightech-Innovation und Strukturwandel zusammenwirken können – und dass auch kleinere Standorte eine wichtige Rolle bei Zukunftstechnologien spielen.
Förderung und Hintergrund
Das Projekt PALLAD/IO wurde im Rahmen des Bundesmodellvorhabens UNTERNEHMEN REVIER mit einer Summe in Höhe von 126.815 Euro gefördert. Mit dem Bundesmodellvorhaben leistet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gemeinsam mit regionalen Partnern einen aktiven Beitrag zum Strukturwandel in den deutschen Braunkohleregionen.
Im Mitteldeutschen Revier übernehmen der Burgenlandkreis und die Aufbauwerk Region Leipzig GmbH als Abwicklungspartner in enger Zusammenarbeit mit der Metropolregion Mitteldeutschland GmbH als Regionalpartner eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Förderprogramms.
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