Wie kommen Startups und Verwaltung zusammen?

13. Dezember 2019
Bei der gestrigen Jahreskonferenz der Metropolregion Mitteldeutschland diskutierten Vertreter von Verwaltungen, Wirtschaftsförderungen und Netzwerken über die gezielte Förderung von Startups neue Formen der Zusammenarbeit. Die Impulse der Veranstaltung könnten im kommenden Jahr im Rahmen einer Projektgruppe weiterentwickelt werden.

„Die Vorträge, Diskussionen und zahlreichen Gespräche während unserer Jahreskonferenz haben gezeigt, welch enormes Potenzial in der gezielten Förderung von jungen Wachstumsunternehmen für den Standort Mitteldeutschland steckt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass in der Zusammenarbeit mit öffentlichen Verwaltungen und bei der Ausgestaltung von gesetzlichen Vorgaben, etwa Förderprogrammen die konkreten Themen und Anforderungen von Startups oft nicht genügend berücksichtigt werden“, erklärt Jan Opitz, verantwortlicher Projektleiter bei der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH. „Deshalb wollen wir die Impulse und Themen der gestrigen Veranstaltung weiter vertiefen und bieten interessierten Akteuren aus Mitteldeutschland an, eine Projektgruppe zum Thema Startup als Plattform für den weiteren Informations- und Erfahrungsaustausch ins Leben zu rufen. Dazu werden wir Anfang 2020 die Teilnehmer der Veranstaltung anschreiben und zu ihrem Interesse und möglichen Themen befragen“, so Jan Opitz weiter.

Foto: Jan Opitz, verantwortlicher Projektleiter bei der Metropolregion Mitteldeutschland Management Gmb

Zu Beginn der Jahreskonferenz 2019 begrüßten Dr. Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin Stadt Zwickau und Aufsichtsratsmitglied der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland die rund 120 Teilnehmer im August Horch Museum Zwickau. In ihren anschließenden Impulsvorträgen berichteten Lars Thielemann, Planungsleiter Fahrzeugwerk Zwickau der Volkswagen Sachsen GmbH über den laufenden Umbau des Standortes zum größten E-Auto-Werk Europas und Marco Weiß, Leiter New Mobility & Innovations der Gläsernen Manufaktur Dresden über die Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und Startups bei der Entwicklung alternativer Antriebskonzepte und Mobilitätslösungen. Dr. Stefan Schneider, Koordinator Startup, Bereich Mitteldeutschland und Mitglied des KPMG SmartStart-Netzwerks der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft informierte über die mitteldeutsche Startup-Landschaft und aktuelle Herausforderungen an junge Wachstumsunternehmen.

Im Anschluss diskutierten Dr. Susanne Hübner, Referatsleiterin Transfer- und Gründerservice der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Anja Hähle-Posselt, Abteilungsleiterin Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig, Dominik Brown, Geschäftsführer des Leipziger IT-Startups IndeeWork UG und Thomas Schulz vom HighTech Startbahn Netzwerk e.V. zur Frage „Wie werden Verwaltung und Startups in Mitteldeutschland ein Paar?“. So bezeichnet Dominik Brown die globale Akquise von IT-Fachkräften als aktuell drängendstes Thema für sein Unternehmen. Thomas Schulz verwies darauf, dass junge, kleine Gründerteams in nahezu allen Bereichen des Unternehmensalttags die gleichen regulatorischen und bürokratischen Anforderungen erfüllen müssten, wie gestandene Mittelständler oder DAX-Konzerne. Dies sei ohne entsprechende Unterstützung kaum möglich und führe dazu, dass oft Ressourcen für den erfolgreichen Markteintritt fehlten. Anja Hähle-Posselt und Dr. Susanne Hübner verwiesen auf gesetzliche Vorgaben bei Förderprogrammen und Ausschreibungen, die den Handlungsspielraum von Kommunen und Hochschulen bei der Zusammenarbeit und Förderung von Startups einschränkten. Trotzdem sei auch innerhalb der öffentlichen Verwaltungen ein Kulturwandel notwendig, um zu mehr agilen und serviceorientierten Lösungen für die konkreten Anforderungen von Startups zu kommen.

Die Gäste der Jahreskonferenz konnten sich per Smartphone mit eigenen Fragen an der Diskussion beteiligen. Zu den so angesprochenen Themen gehörten unter anderem eine mögliche Vermittlerrolle der Kreativwirtschaft bei der Zusammenarbeit zwischen Startups und Verwaltungen, die Schaffung von „Experimentierräumen“ für neue Kooperationsmodelle sowie Förderangebote im Bereich Social Entrepreneurship. Außerdem wurde die Etablierung einer Online-Matchingplattform angeregt, die die Etablierung von Kundenbeziehungen zwischen Startups und Unternehmen in Mitteldeutschland fördern soll.

Mit ihrer Jahreskonferenz fördert die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland seit 2007 den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung mit Akteuren aus der Region sowie aus anderen europäischen Metropolregionen zu einem jeweiligen Schwerpunktthema.

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