Anwendung der Schlüsseltechnologie LoRaWAN setzt Maßstäbe für Regionalentwicklung im Mitteldeutschen Revier

15. März 2024
Das über UNTERNEHMEN REVIER geförderte Projekt „LoRaWAN“ treibt den technologischen Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier voran. In Zusammenarbeit mit regionalen Partnern wurden in Altenburg mithilfe eines LoRaWAN-Funknetzes neue Infrastrukturen für die Wohnungs- und Energiewirtschaft geschaffen, um z. B. Daten des täglichen Verbrauchs oder Messwerte aus Ortsnetztrafostationen zu er- und übermitteln. Die realisierten Pilotanwendungen sind auf weitere Regionen übertragbar.

„Das ‚Long Range Wide Area Network‘ – kurz LoRaWAN genannt – ist eine Funktechnologie, die in der Lage ist, Daten über eine große Entfernung und auch von abgelegenen und schwer zugänglichen Orten energieeffizient, kostengünstig und sicher zu übertragen. Somit ist die Technologie insbesondere für Städte, Gemeinden und Versorger ideal geeignet, um Erkenntnisse zu gewinnen, die zur Optimierung des Energiemanagements, Verkehrsmanagements und Umweltmanagements beitragen“, erklärt Marco Langhof, Geschäftsführer der TELEPORT GmbH, die Technologie.

Foto: Marco Langhof | © Cluster IT Mitteldeutschland e.V.

„Im Rahmen des Projektes konnten mithilfe der Energie- und Wasserversorgung Altenburg und der Städtischen Wohnungsgesellschaft Altenburg konkrete Anwendungsfälle im Stadtgebiet identifiziert und umgesetzt werden. Diese reichen von der Energienetzüberwachung bis hin zu Komfortfunktionen für die Wohnungswirtschaft. Darunter fällt z. B. die Erhebung und Übermittlung von Sromstärken an Niederspannungsabgängen oder von Messwerten aus Wohneinheiten wie z. B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Bewegung. Das Projekt zeigt das enorme Potenzial von LoRaWAN für die Entwicklung von Smart City-Anwendungen“, ergänzt Uwe Klemm, Head of Energy Steering der GISA GmbH.

Foto: Uwe Klemm

„Das Projekt LoRaWAN ist ein Musterbeispiel dafür, wie bestehende Netzwerke zusammenarbeiten, über Unternehmensgrenzen hinweg neue Ideen entwickeln und gemeinsam Lösungswege finden. In diesem Sinne werden auch nach dem Abschluss der Förderperiode über UNTERNEHMEN REVIER Ende 2022 die Anwendungsfälle des Funknetzes in Altenburg optimiert und weiter ausgebaut. Das Projekt setzt also auch weiterhin wichtige Impulse für die Entwicklung des Mitteldeutschen Reviers. Die realisierten Pilotanlagen lassen sich in ihrem Nutzen auf weitere Regionen übertragen“, resümiert Jeannine Kallert, Chief Human Resources Officer und Pressesprecherin der GISA GmbH den Projektverlauf.

Foto: Jeannine Kallert | © GISA GmbH

Ermöglicht wurde das Projekt durch die erfolgreiche Bewerbung beim 2. Öffentlichen Ideenwettbewerb für das Bundesmodellvorhaben UNTERNEHMEN REVIER des Bundeswirtschaftsministeriums. Im Rahmen des Förderprogramms, das im Mitteldeutschen Revier gemeinsam durch die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland und den Burgenlandkreis mit Unterstützung durch das Aufbauwerk Region Leipzig koordiniert wird, stehen jährlich 1,6 Millionen Euro für innovative Strukturwandelprojekte zur Verfügung. Für den Aufbau der Daten-Infrastrukturen der beiden Anwendungsfälle in der Energiewirtschaft sowie der Wohnungswirtschaft in Altenburg erhielt das Konsortium eine Förderung in Höhe von mehr als 196.000 Euro im Rahmen des „LoRaWAN“-Projektes.

Folgende Partner haben an „LoRaWAN“ mitgewirkt: Der Cluster IT Mitteldeutschland e.V. trat als Projektträger und Koordinator auf. Als Verbundpartner beteiligten sich die TELEPORT GmbH mit der Errichtung des Transportnetzes und der Bereitstellung der Infrastruktur sowie die Energie und Wasserversorgung Altenburg GmbH und die Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg mbH, die jeweils zu bearbeitende Anwendungsfälle einbrachten. Die GISA GmbH als Kooperationspartner war verantwortlich für die Zusammenstellung und Visualisierung von Daten für die Anwendungsfälle.

Über UNTERNEHMEN REVIER

Aktueller Förderaufruf: Am 21. März 2024 startet der 4. Öffentliche Ideenwettbewerb im Förderprogramm UNTERNEHMEN REVIER zum Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier. Gesucht werden gezielt Projektideen privatwirtschaftlicher Unternehmen und unternehmensgetragener Netzwerke. Themenschwerpunkte im Call 2024 sind Wasserstoff / Grüne Gase, Kreislaufwirtschaft, Data Analytics und die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft. Auch themenoffene Einreichungen sind willkommen.

Mit dem Bundesmodellvorhaben UNTERNEHMEN REVIER leistet das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gemeinsam mit regionalen Partnern seit 2017 einen aktiven Beitrag für den Strukturwandel in den vier deutschen Braunkohleregionen. Mit den direkt für Unternehmen zur Verfügung stehenden Fördermitteln sollen innovative und umsetzungsorientierte Projekte zur Gestaltung des Strukturwandels gefördert werden. Ziel ist es, die Regionen bereits jetzt attraktiv für alternative Wertschöpfungsketten zu machen und die Wirtschaftskraft zu stärken. Bisher konnten im Mitteldeutschen Revier 64 Innovationsvorhaben mit einer Gesamtfördersumme i. H. v. knapp 10 Mio. Euro gefördert werden, allein 2023 gingen 13 Förderprojekte an den Start.

Weitere Informationen

Webseite UNTERNEHMEN REVIER

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